Handelsstreit: China senkt die Sojabohnentarife der Nachbarn

PEKING. China hat am 1. Juli die Zölle für aus Indien, Südkorea, Bangladesch, Laos und Sri Lanka importierte Sojabohnen von derzeit drei Prozent auf null gesenkt.

China hat am 1. Juli die Zölle für aus Indien, Südkorea, Bangladesch, Laos und Sri Lanka importierte Sojabohnen von derzeit drei Prozent auf null gesenkt. Foto: iStock © Photosbyjam

Das chinesische Finanzministerium hatte zwar erst kurz zuvor konkretisiert, dass die Zölle für einige nahegelegene Länder und für bestimmte Produkte ab Juli gesenkt werden würden. Der Plan war jedoch bereits im März als Teil der Verpflichtungen des Landes im Rahmen eines asiatisch-pazifischen Handelsabkommens (The Bangkok Agreement) veröffentlicht worden.

Neben der Streichung des Zolls für Sojabohnen sollen Tarife für rund 8.500 weitere Artikel gekürzt werden, einschließlich Geflügel, Schweinefleisch, Rindfleischerzeugnisse, Federn, Knochenmehl, Lachs, Tilapia, Schrimp und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse und Futtermittel.

Dieser Schritt steht im Gegensatz zu Pekings Vergeltungspolitik gegen Washingtons Strafzölle: China will Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren im Wert von rund 34 Milliarden US-Dollar erheben. Darunter Sojabohnen und Gas. Sie sollen am 6. Juli in Kraft treten.

China ist der weltweit größte Verbraucher von Sojabohnen und importierte 2017 Bohnen im Wert von 14 Milliarden US-Dollar aus den USA. Das entspricht 30 Prozent des chinesischen Bedarfs.

Die Entscheidung spiegelte Pekings Bemühungen wider, nach alternativen Quellen für Produkte zu suchen. Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang und der französische Premierminister Edouard Philippe hatten am 25. Juni einen Deal unterschrieben, um ein Verbot von französischem Rindfleisch aufzuheben. Darüber hinaus seien die Gespräche über den Kauf von Airbus-Flugzeugen weiterhin offen. China versucht seit Jahren, seine Bestellungen im Bereich der Luftfahrt gleichmäßig auf Boeing und Airbus zu verteilen. Trumps Politik könnte China jedoch genug Gründe geben, das Gleichgewicht zugunsten von Airbus zu verschieben.