Nord Stream 2 ist finanzierbar

BERLIN. Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist vorerst nicht von Auswirkungen der US-Sanktionen betroffen. Die Pipeline könne sicherlich finanziert werden und komme im Notfall ohne westliche Geldgeber aus, sagte der Finanzvorstand der Nord-Stream-2-Betreibergesellschaft, Paul Corcoran, der Welt am Sonntag.

Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist vorerst nicht von Auswirkungen der US-Sanktionen betroffen. Foto © Axel Schmidt / nord-stream2

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums habe Deutschland eine Zusage der USA, dass am Projekt beteiligte Unternehmen von Sanktionen nicht getroffen werden. Diese Zusage sei allerdings im vergangenen Jahr erteilt worden. Umweltverbände sowie mehrere osteuropäische Regierungen und die USA kritisieren das neun Milliarden Euro teure Pipeline-Projekt. Die EU-Kommission befürchtet beispielsweise, dass Nord Stream 2 die Abhängigkeit Europas von russischem Gas erhöhe. Auch der estnische Außenminister Sven Mikser forderte am 2. Juni einen Stopp des Pipeline-Projektes. Deutschland bemüht sich indes darum, osteuropäische Staaten, insbesondere die Ukraine, bei Gaslieferungen nach Europa nicht zu umgehen. Bei seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sotschi sagte Präsident Wladimir Putin Mitte Mai zu, den Gastransit über die Ukraine zu erhalten, solange dieser wirtschaftlich sei. Nach Angaben von Gazprom sollen Erdgaslieferungen nach Europa über die Nord-Route im Vergleich zur Route über die Ukraine um ein Drittel günstiger sein. An Nord Stream 2 sind die Energieunternehmen OMV aus Österreich, Engie aus Frankreich, der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell und aus Deutschland die BASF-Tochter Wintershall sowie das Energieunternehmen Uniper beteiligt.

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