Zolldienst will Abgaben für E-Commerce verschärfen

MOSKAU. Das russische Finanzministerium fordert, die Zollabgaben im E-Commerce zu verschärfen. Um russische Online-Händler wettbewerbsfähig zu machen, soll jeder Einkauf bei ausländischen Online-Händlern zusätzlich kosten.

Der russische Zolldienst fordert Zollabgaben auf alle Waren, die von ausländischen Online-Händlern nach Russland eingeführt werden. Derzeit liegt die Schwelle für Abgaben bei 1.000 Euro Warenwert oder 31 Kilogramm Gewicht. Foto: iStock @ Fertnig

Dies berichtete die Zeitung Wedomosti am 18. Juni. Derzeit wird der Zoll erst bei Warensendungen mit einem Wert ab 1.000 Euro oder einem Gewicht ab 31 Kilogramm fällig. Dann fallen Abgaben von 30 Prozent des Kaufpreises oder mindestens vier Euro pro Kilogramm an. Ab 2019 sollen Kunden bereits ab 500 Euro und 2020 ab 200 Euro für den Zoll zahlen. Die Schwelle der Zollabgaben auf 200 Euro herabzusetzen sei nur eine Teillösung, sagte der Leiter des Föderalen Zolldienstes, Timur Maximow. „95 Prozent der Pakete  aus dem Online-Handel enthalten Waren im Wert von bis zu 30 Euro.“ Laut der russischen Assoziation der E-Commerce-Unternehmen AKIT beträgt der durchschnittliche Warenwert von Einkäufen bei ausländischen Online-Händlern 22 Euro. Russische Kunden kauften 2017 im Ausland Waren im Wert von 374,3 Milliarden Rubel (5,1 Mrd. EUR). Das waren 36 Prozent des gesamten E-Commerce-Marktes, der eine Billion Rubel (14,3 Mrd. EUR) groß ist. Davon kamen 90 Prozent der Waren aus China, drei Prozent aus der Europäischen Union und zwei Prozent aus den USA. Das russische Finanzministerium rechnet mit rund 340 Millionen Euro zusätzlichen jährlichen Einnahmen durch die Zollabgaben.