Person der Woche: Anton Siluanov

Foto: kremlin.ru

ASPEKTE:

  • Der neue und alte Finanzminister ist mittlerweile eine feste Größe in der Regierung.
  • Der Ökonom gilt als Verfechter einer strengen Finanz- und Fiskalpolitik.
  • Wichtigste Herausforderung wird sein, die Haushaltsdisziplin zu wahren.

Anton Siluanov bleibt Mitglied der neuen russischen Regierung und leitet dort weiterhin das Finanzressort. Als der damals 49-Jährige im September 2011 seinen Vorgänger Kudrin ersetzen musste, kannte ihn kaum jemand. Viele Analysten hielten ihn lediglich für eine Übergangslösung. Doch ist der russische Volkswirt inzwischen zu einer anerkannten Größe innerhalb der Regierung geworden. Das zeigt sich insbesondere daran, dass man ihn darüber hinaus zum Vorsitzenden der stellvertretenden Minister ernannt hat. Wie Kudrin ist auch Siluanov, der seit dem Beginn seiner Karriere im (damals noch sowjetischen) Finanzministerium arbeitete, ein Verfechter einer strengen Finanz- und Fiskalpolitik. In der neuen Legislaturperiode wird es für ihn eine große Herausforderung sein, die Haushaltdisziplin zu wahren. Vor allem darf der Ökonom nicht so viel Geld für soziale Programme ausgeben, wie es Putin eigentlich während des Wahlkampfes versprochen hatte. Zusätzlich muss Siluanov aufpassen, dass der Rubel stabil bleibt und der Standort Russland weiterhin wettbewerbsfähig ist.


AUSSAGEN:

  • Der neue Finanzminister glaubt, dass die russische Wirtschaft das Schlimmste hinter sich hat.
  • Russland sollte nach seiner Meinung die Abhängigkeit seines Haushaltes vom Ölpreis mindern.
  • Er verspricht, dass der russische Staat einheimischen Firmen hilft, die unter den Sanktionen leiden.

Über das Petersburger Wirtschaftsforum:

„Dies ist ein sehr repräsentatives Forum, wo nicht nur die zentrale Probleme diskutiert werden, die Russland betreffen, sondern auch sämtliche Schwierigkeiten, mit der die Weltwirtschaft  konfrontiert wird.” (2018)

Über die Erholung der russischen Wirtschaft:

„Wir haben die schlimmste wirtschaftliche Phase hinter uns.“ (2015)

„Wir müssen die Abhängigkeit des Budgets vom Ölpreis weiter verringern, (…) wir sollten nicht von externen Faktoren abhängig sein.“ (2018)

Über den Umgang mit Sanktionen:

„Der Staat wird hier nicht unbeteiligt an der Seite stehen. Er wird Firmen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, helfen.“ (2018)

„Sanktionen sind nicht gut für das Geschäft, da sie den Handel und Investitionen begrenzen. Aber wir sehen, (…), dass das Interesse von Investoren an russischen Finanzinstrumenten, an unseren Anleihen, die wir an den internen Finanzmarkt weitergeben, beträchtlich ist.“ (2017)


ANSICHTEN:

  • Westliche Journalisten halten ihn für einen kühlen Rechner.
  • Russische Kollegen glauben, dass er ein Befürworter der Marktwirtschaft ist.
  • Die Armutsbekäpfung ist aus der Sicht von Korrespondenten eine wichtige Aufgabe des neuen Finanzministers.

„Der unscheinbare Anton Siluanow wird nach Dmitri Medwedjew zum wichtigsten Mann in der russischen Regierung. Er gilt als kühler Rechner, und ein solcher wird in Moskau dringend gebraucht.“

Christian Steiner, Russland-Korrespondent, Neue Züricher Zeitung

„Er galt nie als besonders liberal. Er ist einfach ein Befürworter der Marktwirtschaft und versteht, wie Wirtschaftsgesetze in Russland und global funktionieren.“ (2015)

Aleksey Kudrin, ehemaliger Finanzminister (200-2011) und heutiger Chef des russischen Rechnungshofs

„Siluanovs Aufgabe wird es jetzt sein, die wirtschaftlichen Ziele der neuen Regierung umzusetzen, inklusive die Armut um die Hälfte zu verringern und technologische Information zu verbreiten.“ (2018)

Max Seddon, Russland-Korrespondent der Financial Times