Altmaier schlichtet Streit um Gaslieferungen

MOSKAU. Die Bundesregierung meldet Fortschritte bei der Vermittlung im Streit zwischen Russland und der Ukraine um Gaslieferungen nach Europa. Dazu war Wirtschaftsminister Peter Altmaier am 13. Mai nach Kiew und am 15. Mai nach Moskau gereist, wie der Deutschlandfunk berichtete.

Trafen sich am 15. Mai in Moskau: Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der russische Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew. Foto: government.ru

In den nächsten Tagen könne eine Lösung gefunden werden, sagte Altmaier nach einem Gespräch mit dem russischen Regierungschef Dmitrij Medwedjew. Er sei optimistisch, dass die neue Gasleitung Nord Stream 2 gebaut und gleichzeitig den „berechtigten Sicherheitsinteressen der Ukraine“ Rechnung getragen werden könne. Demnach könnte Russland eine vereinbarte Mindestmenge Erdgas durch die Ukraine liefern. Die Ukraine soll durch den für 2020 geplanten Betrieb der neuen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 nicht vom russischen Gas-Export nach Europa ausgeschlossen werden. Die Regierung in Kiew befürchtet, dass mit dem Bau der Ostsee-Pipeline der Gastransit durch die Ukraine stark zurückgeht. Dieser bringt der ukrainischen Wirtschaft laut offiziellen Angaben jährlich rund zwei Milliarden Dollar ein. Die Bundesregierung hatte Kiew dabei ihre Unterstützung zugesagt. Lieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 sollen laut Gazprom im Vergleich zur ukrainischen Route um ein Drittel günstiger sein.