Person der Woche: Peter Altmaier

Peter Altmaier auf dem 29. Parteitag der CDU Deutschlands am 6. Dezember 2016 in Essen, Grugahalle / Foto: Olaf Kosinsky / kosinsky.eu / Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0) / Quelle: wikimedia

ASPEKTE:

  • Er gilt als guter Verhandler und Vertreter unbequemer Positionen.
  • Vertrauter der Kanzlerin muss Lösung für Streit um Nord Stream 2 finden.
  • Altmaier fordert von EU bei den Auseinandersetzungen mit den USA Kompromissbereitschaft.

Peter Altmaier gilt als Vertrauensmann der Kanzlerin für die schwierigen Fragen – von der Energiewende bis hin zu Migration – ein guter Verhandler, ein Kompromiss-Finder, der aber selbst auch durchaus unbequeme Positionen für seine Partei vertritt (beispielsweise machte er sich für die Ehe homosexueller Paare stark). Manchen gilt er deshalb als Modernisierer. Dass der „Junge Wilde“, der damals als Teil der legendären Pizza-Connection mit den Grünen, einem Gesprächskreis zwischen CDU-Politikern, auch heute noch für Neues offen ist, zeigt sich an seinem gekonnten Umgang mit dem Mikrobloggingdienst Twitter.
Nun soll er also Nord Stream 2 richten. Das Pipeline-Projekt bereitet der Bundesregierung Kopfzerbrechen. Denn es wird nicht nur in Europa kritisiert, sondern nun auch von den USA. Der überzeugte Europäer und ehemalige EU-Beamte Altmaier ist im Moment in Russland und der Ukraine unterwegs, um einen Plan auszuarbeiten, mit dem alle Seiten der europäischen Energie-Landschaft leben können. Bei seinem Antrittsbesuch in den USA hat er zwar schon einiges getan, um einen Handelskrieg mit dem transatlantischen Partner zu vermeiden. Doch gelöst ist das Problem der extra-territorialen US-Sanktionen im Russland-Geschäft noch lange nicht. Laut Altmaier müsste auch die EU den USA mit einem Angebot entgegenkommen – zum Beispiel beim Abbau von Zöllen auf US-Autos.


ANSICHTEN (2018):

      • Der Politiker hält Merkel für eine Realpolitikerin mit gewissem Ehrgeiz.
      • Er findet, dass man beim Streit um Nord Stream 2 eine für alle annehmebare Lösung finden muss.
      • Altmaier setzt sich grundsätzlich für den Abbau von Zöllen ein.

Über sich selbst:

„Es gibt viel wichtigere Minister als mich. Aber ich bin der gewichtigste Minister.“

Über Angela Merkel (2009):

„Angela Merkel war immer Gegnerin einer Ankündigungspolitik (…), pflegt dagegen einen betont realistischen Regierungsstil, der aber von Ambitionen nicht frei ist.“

Zu Nord Stream 2:

„Es geht mir darum, dass wir in den energiepolitischen Umbrüchen, vor denen wir stehen, ein Gesamtkonzept finden, mit dem alle Staaten in der EU, mit dem Russland und die Ukraine leben können.“ (2018)

Über einen drohenden Handelskrieg mit den USA:

„Es steht die Handelspolitik der letzten 40 Jahre auf dem Spiel.“ (2018)

„Es geht darum, dass die Europäer Trump ein Angebot auf den Tisch legen.“ (2018)

„Wir müssen uns nicht öffentlich kritisieren, wir müssen Kompromisse finden.“ (2018)

„Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Zölle.“ (2018)

Über Migration:

„Ein Land, das so gut regiert wird und sich so stark entwickelt hat (wie Deutschland), kann die Flüchtlingsproblematik stemmen.“ (2016)


AUSSAGEN:

    • Journalisten halten ihn für einen Experten für Kompromisse.
    • Publizisten schätzen sein diplomatisches Geschick.
    • Bündnis90/ DIE GRÜNEN glaubt, dass seine Ansichten oft zur ihrer Partei oder zu den Linken passt.

„Altmaier ist derzeit so eine Art Nebendiplomat in Wirtschaftsdingen.“ (2018)

Michael Bauchmueller, Energiekorrespondent der Süddeutschen Zeitung, Vorstandsmitglied der Kölner Journalistenschule, Umweltmedienpreisträger

„Je dünner die Mehrheit, desto dicker ist Altmaier.“

Bundestagswitz zu Altmaier’s Umgang mit Stress

„Altmaier als wandelnder Vermittlungsausschuss in seinem Element, redet, argumentiert, lockt mit Versprechungen, dämpft Erwartungen, zeigt Verständnis, sucht Kompromisse und kämpft um Lösungen.“ (2015)

Martin Ferber, Berlin Korrespondent Augsburger Allgemeine

„Im Herzen doch ein Grüner, er fährt gerne Rad, obwohl dann sein Kopf anläuft wie das Parteibuch der Linke.“ (2015)

Grünen-Politiker Cem Özdemir, vor dem Stockacher Narrengericht

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here