Roskomnadsor sperrt Telegram

MOSKAU. Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor hat versucht, den Mitteilungsdienst Telegram zu sperren. Von dieser Maßnahme waren auch andere Internet-Dienstleistungen betroffen.

Durch die Blockade von Telegram sind auch andere Internet-Dienstleistungen nicht mehr erreichbar. Foto: iStock©Prykhodov

„Uns ist bisher gelungen, 30 Prozent der Nutzer zu blockieren“, sagte Alexander Scharow, Leiter der Aufsichtsbehörde, am 17. April. Zuvor hatte ein Moskauer Gericht die Sperrung des Dienstes angeordnet. Daraufhin hat die Aufsichtsbehörde 15 Millionen IP-Adressen auf eine schwarze Liste gesetzt. In den sozialen Netzwerken beschwerten sich Internet-Nutzer darüber, dass auch andere Dienste wie Online-Shopping oder der Musik-Streaming-Dienst Spotify nicht verfügbar waren. Hintergrund der Blockade ist ein Rechtsstreit zwischen der Aufsichtsbehörde und dem Erfinder des Dienstes, Pawel Durow. Der Dienst bietet eine Funktion zur Verschlüsselung von Nachrichten, Fotos, Videos und Dokumenten. Sie werden nur auf den Endgeräten der jeweiligen Nutzer gespeichert. Dadurch können Dritte, die Zugriff auf den Daten-Server haben, über den die Nachrichten transferiert werden, sie nicht einsehen – im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Diensten. Genau diese Funktion ist der Aufsichtsbehörde ein Dorn im Auge. Sie verlangt von Durow den Entschlüsselungscode herauszugeben – aus Sicherheitsgründen, wie sie sagt. Sie nimmt an, dass Telegram von Terroristen und Kriminellen benutzt wird und führt als Begründung den Terroranschlag auf die St. Petersburger Metro vom 3. April 2017 an, der via Telegram organisiert gewesen sei.