Person der Woche: Dirk Wiese

Foto: Dirkwiese.de

ASPEKTE:

  • Der neue Russland-Koordinator hat schon in jungen Jahren Karriere gemacht.
  • Der SPD-Politiker ist im Streit um Nord Stream 2 bisher kaum aufgefallen.
  • Wiese will sich auf die „Stärkung des gesellschaftlichen Dialogs“ konzentrieren.

Dirk Wiese ist wieder einer der jüngsten: Gernot Erlers Nachfolger in der Position des Koordinators der Bundesregierung für Russland, Zentralasien und die Länder der Östlichen Partnerschaft ist nicht einmal halb so alt wie er. Trotzdem hat der 34-Jährige schon ein Jahr Erfahrung als Parlamentarischer Staatssekretär sammeln können. Mit 20 ist der Sauerländer in die SPD eingetreten, bereits ein Jahr später kandidierte er selbst für den Rat seiner Heimatstadt Brilon. Bevor er 2013 in den Bundestag gewählt wurde, arbeitete Wiese für den ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering. Der neue Russland-Koordinator, der sich in seinem Wahlprogramm für die Stärkung des ländlichen Raumes einsetzt, hat bisher keine Erfahrung in der Region. In seiner ersten Legislaturperiode (2013-2017) war Wiese stellvertretender Sprecher der Deutsch-Indischen Parlamentariergruppe sowie Sprecher des Gesprächskreises Südasien/Südostasien seiner Fraktion. Im Bundeswirtschaftsministerium war er zwar auch für Energie und Außenhandel zuständig. Doch ist der junge Parlamentarier im Streit um Nord Stream 2 bisher nicht aufgefallen. Als Russland-Koordinator, so schrieb er anlässlich seiner Ernennung, wolle er sich vor allem auf die Stärkung des gesellschaftlichen Dialogs als Basis für gegenseitiges Vertrauen und Verständnis konzentrieren.


AUSSAGEN:

  • Der Politiker will gestalten und sich einmischen.
  • Der neue Koordinator sieht sich als Mittelsmann, der unbefangen die Herausforderungen annimmt.
  • Wiese unterstützt das Freihandelsabkommen TTIP.

Über seine politische Berufung:

„Ich habe mich früh entschieden, nicht andere über mich bestimmen zu lassen, sondern mich einzumischen.“

Über seine neue Aufgabe:

„Die Bundesregierung hat jemanden gesucht, der vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen mit Russland unbefangen an die Sache herangeht.“ (2018)

„Deutschland unterhält mit diesen zwölf Staaten intensive Beziehungen und ist an einer friedlichen und stabilen Entwicklung dieser Region in der nächsten Nachbarschaft zur Europäischen Union sehr interessiert.“

Zu Lösungen für die politisch angespannte aktuelle Situation:

„Nicht überall gelingt die regionale Zusammenarbeit ohne Spannungen, (…) in dieser Situation brauchen wir klare Positionen, aber auch konstruktive Kanäle des Dialoges auf möglichst vielen Ebenen.“ (2018)

„Gegenseitiger Entfremdung kann durch enge Kontakte und Austausch, insbesondere zwischen Vertretern der jüngeren Generationen, entgegengewirkt werden.“ (2018)

Über TTIP:

„Wir brauchen ein gutes, statt ein schnelles Abkommen.“ (2016)

„Das angestrebte transatlantische Freihandelsabkommen bietet aber vor allem auch Chancen. (…) Dabei gilt es die schon bestehenden hohen Standards zu gemeinsamen Standards festzuschreiben.“ (2014)

„Globalpolitisch gesehen ist ein Freihandelsabkommen eine gute Möglichkeit, um den Warenverkehr und damit die Wirtschaft anzukurbeln.“ (2014)

Über angewandte Innovation:

„Wenn Handwerk und Forschung lernen, die gleiche Sprache zu sprechen und das Voranbringen innovativer Zukunftsanwendungen als gemeinsame Aufgabe ansehen, werden beide Seiten und damit der Wirtschaftsstandort Deutschland davon profitieren.“ (2018)


ANSICHTEN (2018):

  • Bei den russischen Journalisten ist Wiese kaum bekannt.
  • Deutsche Medien mahnen, dass er nur wenig mit der Materie vertraut sei.
  • Grundsätzlich gilt der SPD-Mann als hoffnungsvolles Politik-Talent.

„Von einem Sozialdemokraten erwartet man in Moskau traditionell Bereitschaft zum Dialog, aber ansonsten wissen wir bisher nicht viel über Herrn Wiese. (…) Ich hoffe, dass Herr Wiese auch in dieser schwierigen politischen Lage unser Land besser kennenlernen möchte und seine einflussreiche Position zur Stärkung des Dialoges nutzt.“

Galina Dudina, Diplomatische Korrespondentin und Redakteurin im Bereich Außenpolitik bei der Tageszeitung „Kommersant“

„Wir gratulieren zu dieser wichtigen Aufgabe. Auch der BVMW ist dabei, die Netzwerke zu Russland zu verstärken.“

Peter Staudt, Gebietsleiter Hochsauerlandkreis, Bundesverband Mittelständische Wirtschaft

 „Es gibt keinen einzigen Artikel von Wiese, in dem es um seine Ansichten zu Russland oder seine Haltung gegenüber dem russischen Präsidenten gehen würde. Auch er selbst hat in keiner seiner Reden vor dem Parlament über diese Themen oder auch irgendeine andere ehemalige Sowjetrepublik gesprochen.“

Deutsche Welle, russischsprachgier Dienst

„Wiese gilt nicht nur beim konservativen Seeheimer Kreis der SPD als Talent. In der Bundestagsfraktion heißt es, er sei für die Zukunft gesetzt.“ (2017)

J. Drebes, K. Dunz, B. Marschall und G. Mayntz, General-Anzeiger Bonn

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here