Neue Bewegung im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine

MOSKAU/BERLIN. Der Gasstreit zwischen Gazprom und dem ukrainischen Partner Naftogaz steht vor einer Wende. Nachdem der russische Gaskonzern am 2. März mit einer Kündigung der laufenden Geschäftsbeziehungen gedroht hatte, verhandeln beide Partner nun über einen neuen Gastransit durch die Ukraine nach Europa.

Gazprom will künftig den Transit durch die Ukraine für Gaslieferungen nach Europa auf andere Routen verlagern. Foto: iStock © SpVVK

Dabei ist die Rede von zehn bis 15 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr. „Die russische Basis für Gasressourcen wird nach Norden verlagert. Darum wird der zentrale Gaskorridor nicht mehr mit dem bisherigen Volumen ausgelastet“, sagte Alexej Miller am 10. April. Ab 2019 sollen Miller zufolge die Transitlieferungen durch die Ukraine abnehmen. Russisches Gas soll über andere Routen nach Europa gelangen, unter anderem durch die geplante Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Gazprom habe nie vorgehabt, den Gastransit durch die Ukraine vollständig aufzugeben, sagte er. Gaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 würden im Vergleich zur ukrainischen Route um ein Drittel günstiger.

Indes hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für weitere Gastransite durch die Ukraine stark gemacht. Es dürfe nicht sein, „dass die Ukraine keine Bedeutung mehr im Hinblick auf den Transit von russischem Gas habe“, sagte sie am Randes eines Besuches des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko am 10. April in Berlin. Das Projekt Nord Stream 2 sei „ohne dass wir Klarheit haben, wie es mit der ukrainischen Transitrolle weitergeht, aus unserer Sicht nicht möglich“, sagte sie.

Laut der Zeitung Wedomosti transportierte Gazprom im vergangenen Jahr mit 93 Milliarden Kubikmetern knapp die Hälfte des russischen Gasexports nach Europa durch die Ukraine. Das Exportvolumen belief sich auf 195 Milliarden Kubikmeter.

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