Person der Woche: Jeff Bezos

Jeff Bezos at Los Angeles Air Force Base, 2017 / U.S. Air Force photo by Sarah Corrice / Lizenz: Public Domain Mark 1.0 / Quelle: flickr

Jeff Bezos hat dieses Jahr gleich einige Rekorde geknackt: reichster Mensch der Welt mit geschätzt über 100 Milliarden US-Dollar. Sein Vermögen hat Bezos dem Börsen-Erfolg seines Internet-Versandunternehmens Amazon zu verdanken. Doch damit scheint jetzt erst einmal Schluss zu sein: Nach der Kritik von US-Präsident Trump an den Steuerpraktiken und dem Umgang des Unternehmens mit der US-Post hat Amazons Kurs bereits über fünf Prozent eingebüßt. Doch der eigentliche Dorn im Auge des Präsidenten ist wohl nicht Amazon selbst , sondern die Berichterstattung der Washington Post, die Bezos 2013 als Privatmann erworben hatte.

1994 hatte der studierte Informatiker und Elektrotechniker das Unternehmen Amazon als Online-Buchhandel in seiner Garage in Seattle gegründet. Seitdem hat er nicht aufgehört, harte Arbeit und Sparsamkeit zu predigen. Heute besitzt der relativ zurückgezogen lebende Multi-Milliardär 16 Prozent der Anteile an dem international agierenden Milliarden-Konzern. Amazon ist aber nicht nur Online-Shop und Versandhaus für alle Gelegenheiten, sondern auch eines der größten Daten-Zentren der Welt. 2013 hat Bezos einen ersten Vertrag mit den US-Geheimdiensten unterzeichnet, der es ihm erlaubt, sensible Datensätze zu speichern und zu verwalten. Amazon ersetzt mit seinem Kindle heute außerdem Bücher, macht TV-Serien, liefert Essen und hat mit der Sprach-Bedienhilfe Alexa eine ambitionierte Konkurrentin von Apple’s Siri ins Rennen um den internationalen Verbraucher geschickt.

Für Amazon, das seine Waren weltweit versendet, ist Deutschland der wichtigste Auslandsmarkt und Standort von elf von 45 europäischen Logistikzentren. Über 12.000 Mitarbeiter arbeiten hier. Zum Vergleich: In Frankreich gibt es sechs Logistikzentren des US-Riesens, in Polen drei. Aus letzteren werden auch Russland und die Ukraine beleifert.

Aussagen

Über das Erfolgsrezept von Amazon:

„Wir hatten von Anfang an drei Maximen bei Amazon: Die Kunden kommen zuerst. Es braucht immer wieder Innovationen. Und schließlich braucht es auch Geduld.“ (2013)

Über sein persönliches Erfolgsrezept:

„Langfristig denken, damit leben, von anderen missverstanden zu werden, und der Wille, neue Dinge zu versuchen, auch wenn das Risiko hoch ist, dass sie nicht funktionieren.“ (2009)

„Ich bin ein geborener Optimist.“ (2013)

Über die Konsumgesellschaft:

„Die schlimmste Form von Konsum, ist die, die Menschen dazu bringt Dinge zu kaufen, die ihr Leben gar nicht besser machen.“ (2017)

Ansichten

„Die Kombination aus beinhartem Unternehmer und verschwiegenem Tüftler hat Bezos zu einem der reichsten Internet-Pioniere gemacht.“ (2013)

Walter Niederberger, Korrespondent für Wirtschaft des Schweizer Tagesanzeigers

„Ich würde nicht sagen, dass er ein Showman ist. Aber die Leute sind zu ihm hingezogen, weil er unglaublich stark ausstrahlt, ein Gewinner zu sein.“ (1999)

Patty Stonesifer, Aufsichtsratsmitglied bei Amazon und ehemalige Microsoft-Mitarbeiterin

„Wird die Fake-News ‘Washington Post’ als Lobbyismus-Waffe gegen den Kongress benutzt, um die Politiker davon abzuhalten, sich das Steuer-Monopol von Amazon anzusehen?“ (2017)

„Amazon kommt, was Steuern angeht, regelrecht mit Mord davon.“ (2017)

US-Präsident Donald Trump

„Im Bereich der Logistik konzentrieren sich die Aktivitäten von Amazon auf die Lieferung des ‚letzten Kilometer’, da ihr Geschäftsmodell auf der Kontrolle der Beziehungen mit dem Endverbraucher beruht. Aus diesem Grund glauben wir, dass die größten Akteure eines so kapitalintensiven Marktes wie die Logistik nicht direkt mit Amazon konkurrieren werden, sondern versuchen werden, eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit aufzubauen.“ (2017)

Vyacheslav Tureyko, Direktor für Geschäftsentwicklung der Logistik-Holding AsstrA (Fokus auf Osteuropa)

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