Grünes Licht für Nord Stream 2

HAMBURG. Deutschland gibt grünes Licht für den Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Nach dem Bergamt erteilte das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie am 27. März die Genehmigung für die Gewässer der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ).

Für den 85 Kilometer langen deutschen Abschnitt der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 liegen alle Genehmigungen vor. Foto: iStock © harmatoslabu

Belange der Schifffahrt und der Meeresumwelt stünden der Bebauung des 31 Kilometer langen Abschnitts der deutschen AWZ nicht im Wege, teilte die Behörde mit. Die Genehmigungen für den Festlandsockel und das Küstengewässer wurden bereits im Januar und Februar vorgelegt. „Wir freuen uns, dass nunmehr alle notwendigen Genehmigungen für den insgesamt 85 Kilometer langen deutschen Trassenabschnitt vorliegen“, sagte Jens Lange, Manager Genehmigungen Deutschland der Nord Stream 2 AG. Im Genehmigungsverfahren sei nachgewiesen worden, dass die Pipeline dazu beitrage, die künftige Versorgungslücke in Europa teils zu verkleinern und mehr Wettbewerb auf den Gasmarkt der EU zu bringen. Zudem belege das Verfahren, dass die Pipeline umweltverträglich gebaut werden könne.

Dies bezweifelt der Umweltverband NABU. Er hatte Anfang März Klage gegen die Genehmigung des Bergamts vor dem Verwaltungsgericht Greifswald eingereicht. Die Genehmigungen von Dänemark, Schweden, Finnland und Russland stehen noch aus. Nord Stream 2 soll auf einer Länge von 1.200 Kilometern parallel zur Pipeline Nord Stream verlaufen und zusätzlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa leiten. An dem 9,5 Milliarden teuren Pipeline-Projekt sind die fünf europäischen Energieunternehmen OMV, Engie, Royal Dutch Shell, die BASF-Tochter Wintershall sowie Uniper beteiligt. Sie haben sich dazu bereit erklärt, jeweils maximal 950 Millionen Euro in das Projekt zu investieren.