Deutsche Ausfuhren nach Asien profitieren von steigenden Investitionen

Die deutschen Exporte nach Asien-Pazifik wuchsen 2017 um knapp zehn Prozent. Vor allem höhere Lieferungen nach China, Indien, in die ASEAN-Länder, nach Japan und Australien trugen zu diesem Ergebnis bei. Besonders stark legten die Ausfuhren nach Sri Lanka, Kambodscha und Vietnam zu. Den größten Beitrag zum Wachstum leisteten Investitionsgüter wie Maschinen, chemische Erzeugnisse und Elektrotechnik. Auch die Automobilindustrie verkaufte mehr nach Asien. Der Ausblick für 2018 ist gut.

Die Ausfuhren der deutschen Kfz-Branche nach Asien-Pazifik stiegen um mehr als fünf Prozent. Foto: iStock © kupicoo

Die deutschen Ausfuhren nach Asien/Pazifik erhöhten sich 2017 um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 187,8 Milliarden Euro. Damit lagen sie erneut deutlich über der Zunahme der deutschen Exporte weltweit. Besonders stark stiegen die Lieferungen nach China, Indien und in die südostasiatische Staatengemeinschaft ASEAN, aber auch Japan und Australien kauften deutlich mehr. Innerhalb der ASEAN ragten die Wachstumsraten der Lieferungen nach Vietnam mit einem Plus von 33,7 Prozent und – von kleinerer Basis aus – Kambodscha (+70,6%) heraus. Lediglich die Exporte nach Sri Lanka wuchsen mit einem Plus von 80,9 Prozent noch schneller.

Investitionsgüter „Made in Germany“ stärker gefragt

Große Zuwächse gab es 2017 dank der guten Konjunktur und hohen Investitionen in den Ländern der Region vor allem bei Maschinen, Elektrotechnik, Elektronik, chemischen Erzeugnissen sowie Mess- und Regeltechnik. Besonders stark wuchsen die Ausfuhren von optischen Instrumenten, wo vor allem China (677 Mio. EUR, +61,1%) und Südkorea (521 Mio. EUR, +62,4%) deutlich mehr kauften. Japan (251 Mio. EUR) verringerte dagegen seine Bezüge um 8,8 Prozent.

Die deutschen Maschinenausfuhren nach China wuchsen 2017 um mehr als ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr. Lediglich die USA kauften noch mehr deutsche Maschinen. In der Elektrotechnik ist das Reich der Mitte mit 9,5 Milliarden Euro bereits der größte Abnehmer vor den USA. Das gleiche gilt für die Mess- und Regeltechnik.

Deutsche Autos und Kfz-Teile weiter gut gefragt

Die Ausfuhren der deutschen Kfz-Branche nach Asien-Pazifik stiegen um mehr als fünf Prozent. Der Zuwachs nach China bewegte sich in der gleichen Größenordnung. Fast doppelt so schnell stiegen mit einem Plus von zehn Prozent die Lieferungen nach Japan. Am schnellsten wuchsen unter den größeren Abnehmern in der Region die Exporte nach Neuseeland (+19,6%) und nach Taiwan (+13,7%).

Flugzeugnachfrage bleibt hoch

2017 kauften vor allem China, Vietnam, Japan, Indien und Hongkong deutsche Flugzeuge. Dagegen brachen die Lieferungen nach Südkorea, Taiwan und Australien ein. Die Flugzeughersteller profitieren vom rapide steigenden Luftverkehr in der Region. Die IATA schätzt für 2017 ein Plus von zehn Prozent bei den beförderten Passagieren und 8,3 Prozent bei der Fracht. 2018 dürfte sich das Wachstum demnach fortsetzen, allerdings „nur noch“ mit sieben Prozent und 6,8 Prozent.

Erfolgsgeschichte bei Gesundheitsprodukten und Nahrungsmitteln setzt sich fort

Die Ausfuhr von Arzneimitteln stieg in fast alle größeren Länder der Region deutlich. Auch in der Medizintechnik gab es insgesamt ein Plus. Die Exporte deutscher Nahrungsmittel legten um 7,6 Prozent zu. Und das trotz eines Rückgangs der Lieferungen nach China im zweistelligen Prozentbereich, wo vor allem um mehr als 40 Prozent gesunkene Fleischausfuhren zu Buche schlugen.

Besonders stark wuchsen die Ausfuhren von Molkereierzeugnissen mit einem Plus von 31,5 Prozent über die gesamte Region. Bei Fleisch blieb außerhalb Chinas ebenfalls ein Plus. Die Lieferungen deutscher Konsumgüter nach Asien-Pazifik stieg um fast zehn Prozent.

Der Ausblick für die kommenden Jahre ist gut. Nach Prognosen des IWF wird die Region in den fünf Jahren bis 2022 knapp die Hälfte der Zunahme der weltweiten Wirtschaftsleistung stellen. 2018 dürften die Einfuhren der Länder der Region weiter steigen, wenn auch etwas schwächer als 2017, so der Tenor der Prognosen der Auslandsmitarbeiter von Germany Trade & Invest in der Region.

Von Frank Robaschik / Germany Trade & Invest

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