Gazprom droht mit Lieferstopp

MOSKAU/KIEW. Im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland droht ein Abbruch der Lieferbeziehungen.

Gazprom weigert sich, der Ukraine Gas zu verkaufen. Foto: iStock © Dontsov

Der russische Gaskonzern Gazprom kündigte am 2. März an, die noch bis 2019 laufenden Verträge mit dem ukrainischen Staatskonzern Naftogaz aufzulösen. Gazprom weigerte sich, direkt an Naftogaz zu verkaufen und wies eine Vorauszahlung für März wieder nach Kiew zurück. Zuvor hatte das Schiedsgericht in Stockholm den russischen Gaskonzern zu einer Zahlung von umgerechnet zwei Milliarden Euro an Naftogaz verpflichtet. Russland habe weniger Gas in das Nachbarland geleitet als vereinbart. Das Gericht empfahl, dass die Ukraine für 2018 mindestens fünf Milliarden Kubikmeter russisches Gas abnehmen soll.

Über den Gasstreit zeigte sich die Bundesregierung besorgt. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am 5. März, dass es im Interesse der EU sei, eine verlässliche und kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten. Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat leitete Gazprom 2017 mehr als 195 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa. Davon wurde ein Großteil durch die Ukraine geleitet. Im dritten Quartal 2017 gelangten 50 Prozent der russischen Gasexporte durch die Ukraine nach Europa.

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