Schwaches Russland-Geschäft liegt nicht an Sanktionen

LEIPZIG. Der Ökonom vom Leipziger Institut für Wirtschaftsforschung, Axel Lindner, hat am 9. Februar in der TV-Sendung MDR aktuell davon abgeraten, die Bedeutung des ostdeutschen Russland-Geschäftes zu überschätzen.

Das Russland-Geschäft ist 2014 wegen des Preissturzes für Öl am Weltmarkt eingebrochen. Foto: iStock © vladj55

Die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Länder hatten am 31. Januar eine Lockerung der Russland-Sanktionen gefordert, weil diese vielen heimischen Unternehmen Probleme bereiteten. Tatsächlich gingen die Exporte ostdeutscher Unternehmen nach Russland zwischen 2014 und 2016 um die Hälfte zurück. In diesem Zeitraum betrugen sie lediglich zwei Prozent am weltweiten Handel aller Unternehmen aus den neuen Bundesländern. „Auch vor der Einführung der Sanktionen gingen nur vier Prozent aller ostdeutschen Exporte nach Russland“, sagte Lindner. Nach Ansicht des Experten seien Sanktionen nicht der alleinige Grund für den Rückgang des Russland-Handels. Dieser liege nämlich auch am Preissturz für Öl am Weltmarkt. Weil Russlands wichtigster Exportartikel in den ersten Monaten des Jahres 2014 immer günstiger wurde, entwertete sich der Rubel, ausländische Waren wurden teurer.

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