Gut gelaunt ins WM-Jahr

Die deutschen Unternehmer in Russland gehen optimistisch in das Jahr 2018. Die Stimmung ist deutlich besser als letztes Jahr.

Von Moritz Gathmann

Samara Arena im Bau, 24. August 2017
Samara Arena im Bau, 24. August 2017 (Photo by Lars Baron/Getty Images)

Fast zwei Drittel der befragten deutschen Unternehmen in Russland planen, im kommenden Jahr ihre Tätigkeit in Russland auszuweiten. Und mehr als die Hälfte der Befragten will 2018 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Geschäftsklima-Umfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK) unter 800 deutschen Unternehmen, die in Russland tätig sind.

Die Stimmung ist deutlich besser als vor gut einem Jahr. Damals beurteilten noch mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmer die wirtschaftliche Lage in Russland als rezessiv. In diesem Jahr bewerten 71 Prozent die Lage der Wirtschaft als stabil. Nur 12,7 Prozent bewerten sie als schlecht, ebenso viele hingegen als gut.

Geschäftsklima hat sich verbessert

Vor diesem Hintergrund wollen auch 64 Prozent der deutschen Unternehmen im kommenden Jahr ihre Tätigkeit ausweiten, für knapp 40 Prozent bedeutet dies zudem, im nächsten Jahr in Russland zu investieren. Die AHK hat daraus eine Summe von 500 Millionen Euro zusätzlicher Investitionen errechnet.

Ein Drittel der Unternehmer will die Aktivitäten auf dem bestehenden Niveau belassen. Kein einziges Unternehmen will Russland verlassen. Über die Hälfte der Unternehmen ist sogar der Meinung, das Geschäftsklima in Russland habe sich im vergangenen Jahr verbessert. 11,4 Prozent sehen allerdings eine Verschlechterung des Klimas.

Rechtsstreitigkeiten machen Unternehmer nervös

So sorgt etwa der Fall „Hochtief“ unter den deutschen Unternehmern für Nervosität. Der Baukonzern mit weltweit 50.000 Mitarbeitern hat den russischen Markt inzwischen fast komplett verlassen. Ein Grund dafür ist ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem Petersburger Unternehmer Jewgenij Wojtenkow, der im Juli dazu geführt hat, dass zwei Topmanager der russischen Hochtief-Tochter wegen angeblichen Betrugs zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurden.

Als weitere störende Faktoren für das Geschäft in Russland empfinden die Unternehmer die übermäßige Bürokratisierung, den instabilen Rubelkurs, Protektionsmaßnahmen und die bestehenden gegenseitigen Sanktionen.

In Russland sind derzeit laut Angaben der russischen Steuerbehörde über 5.000 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung tätig. 2013 waren es noch mehr als 6.000.

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