China und USA schließen Abkommen über 250 Milliarden

Im Wahlkampf hatte Donald Trump heftig gegen China gewettert, doch jetzt gibt sich US-Präsident als großer Fan von Xi Jinping. DerStaats- und Parteichef vergoldete ihm den China-Besuch mit Milliardendeals.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump bei der offiziellen Begrüßung auf dem Tian’anmen. Foto: The White House via Flickr

PEKING. Beim ersten Besuch von US-Präsident Donald Trump in China sind Wirtschaftsabkommen im Umfang von mehr als 250 Milliarden US-Dollar geschlossen worden. Zudem vereinbarte Trump mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am 9. November in Peking eine enge Abstimmung im Umgang mit der Bedrohung durch Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm. In Handelsfragen zeigte sich Trump versöhnlich, nachdem zuvor in Anwesenheit beider Präsidenten in der Großen Halle des Volkes 15 Wirtschaftsvereinbarungen unterzeichnet worden waren. Der US-Präsident beklagte „sehr einseitige, unfaire“ Handelsbeziehungen, machte dafür allerdings frühere US-Regierungen verantwortlich. So hatten die USA nach Angaben der US-Statistikbehörde im Jahr 2016 Waren im Wert von 462,6 Milliarden US-Dollar aus China importiert, die amerikanischen Exporte nach China machten mit 115,6 Milliarden US-Dollar jedoch nur rund ein Viertel dieses Volumens aus.

Die Vereinbarungen erstrecken sich auf Bereiche wie Gasförderung, Industrie,  Informationstechnologie, Fahrzeugbau oder den Kauf von 300 Boeing-Flugzeugen für allein 37 Milliarden US-Dollar. Dazu gehören feste Verträge, aber auch zahlreiche Absichts- oder 
Rahmenerklärungen. Zudem war unklar, was ohnehin lange geplante Geschäftsvorhaben waren, die nur anlässlich des Besuches besiegelt wurden.

In den Gesprächen mit Xi Jinping sagte Trump, ihm sei bewusst, dass die USA ihre Wirtschaftspolitik ändern müssten, „weil sie im Handel so weit hinter China herhinken, und um ehrlich zu sein, hinter vielen anderen Ländern“. Aber die USA wollten den Handel gerecht machen, so dass beide Länder davon profitierten.

Xi Jinping verwies auf die Gemeinsamkeiten der zwei größten Volkswirtschaften, die wichtige Motoren für das globale Wachstum seien. Beide müssten „gesunde und stabile Beziehungen“ pflegen. Dabei sei „Zusammenarbeit der einzige Weg“. Xi  bekräftigte seine Zusage, eine
weitere Marktöffnung zu verfolgen. (mit dpa)