China: Wirtschaft wächst weiter stabil

PEKING. Vorläufigen Zahlen des Statistikamtes der VR China zufolge, die am 19. Oktober in Peking veröffentlicht wurden, ist die chinesische Wirtschaft weiter auf einem stabilen Wachstumskurs. Zwar ist der Zuwachs der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal dieses Jahres mit 6,8 Prozent um einen Zehntel Prozentpunkt geringer als im ersten und zweiten Quartal, insgesamt wuchs das Bruttosozialprodukt in den ersten drei Quartalen 2017 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 6,9 Prozent auf 59.328,8 Milliarden Yuan, gut 7.600 Milliarden Euro. Damit lag das Wachstum um 0,2 Prozentpunkte höher als 2016. Laut Statistikamt war das Wachstum in erster Linie durch den Konsum getrieben.

Vorläufigen Zahlen des Statistikamtes der VR China zufolge ist die chinesische Wirtschaft weiter auf einem stabilen Wachstumskurs.
Konsum treibt das Wachstum an: Chinesen geben mehr für Freizeit und Sport aus. Foto: Peter Tichauer

Der private Konsum legte in den ersten drei Quartalen 2017 im Jahresvergleich um 10,4 Prozent zu, wobei die Online-Käufe um 34,2 Prozent stiegen, was gegenüber dem Vergleichszeitraum 2016 einem Plus von 8,1 Prozentpunkten entspricht. Investitionen in Fixed Assets nahmen dagegen nur um 7,5 Prozent zu. Xing Zhihong, Sprecher des Statistikamtes verwies darauf, dass rund 20 Prozent der Infrastruktur-Investitionen in Projekte zur Verbesserung der Umwelt geflossen seien. Die Investitionen in das produzierende Gewerbe stiegen im Jahresvergleich nur um 3,3 Prozent auf 16.952,6 Milliarden Yuan. Xing Zhihong zufolge lag der Anteil der Investitionen in die Hightech-Produktion jedoch bei 12,4 Prozent und damit um 0,8 Punkte über dem Wert des Vergleichszeitraums im Vorjahr. In den ersten drei Quartalen 2017 sei die Produktion von Robotern um 69,4 Prozent gestiegen, die Produktion von sogenannten New-Energy-Fahrzeugen um 30,8 Prozent. Insgesamt ist der Dienstleistungssektor mit einem Anteil von 52,8 Prozent an der Wirtschaftsleistung zur wichtigsten Säule der Volkswirtschaft geworden.

Auch im Außenhandel verzeichnete China in den ersten drei Quartalen 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutliche Zuwächse. Das Außenhandelsvolumen stieg um 16,6 Prozent auf 20.293 Milliarden Yuan, knapp 2.600 Milliarden Euro. Der Import legte um 22,3 Prozent zu, der Export um 12,4 Prozent. Vor allem mit den Ländern entlang der Seidenstraße wuchs der Außenhandel: Mit Russland um 27,7 Prozent, mit Polen um 24,8 Prozent und mit Kasachstan um 41,1 Prozent.

China geht im laufenden Fünfjahresprogramm von einem durchschnittlichen jährlichen Wirtschaftswachstum um 6,5 Prozent aus. Der Internationale Währungsfonds hatte für 2017 ein Wachstum von 6,7 Prozent prognostiziert und geht davon, dass aus die Wirtschaftsleistung zwischen 2018 und 2020 um durchschnittlich 6,4 Prozent steigt.

Von Peter Tichauer