Putin hält Hof in Sotschi

Der russische Präsident Putin und sein kasachischer Amtskollege Nursultan Nasarbajew trafen sich mit einer Delegation deutscher Wirtschaftsvertreter in Sotschi. Die Begegnung fand auf Initiative des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft statt.

Von Moritz Gathmann

Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin trafen sich mit deutschen Wirtschaftsvertretern in Sotschi. Foto: Akorda

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich bei einem Treffen mit deutschen Wirtschaftsvertretern optimistisch über die weiteren Perspektiven der Wirtschaftsbeziehungen geäußert. Putin wies am Donnerstag in Sotschi darauf hin, dass der deutsch-russische Handel in diesem Jahr um 25 Prozent gewachsen sei. Auch die Investitionen seien im Vergleich zu 2016 deutlich gestiegen. „Vor dem Hintergrund des russischen Wirtschaftswachstums eröffnen sich neue Möglichkeiten für deutsche Unternehmen“, sagte der russische Präsident. Die Zusammenarbeit solle nicht nur auf Großunternehmen beschränkt bleiben, sondern gerade im Bereich von kleinen und mittleren Unternehmen verstärkt werden. Putin sagte, der russische Staat habe sich das Ziel gesetzt, bis 2030 den Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen auf 40 Prozent zu steigern.

Wilo will Sonderinvestitionsvertrag abschließen

Mehrere deutsche Unternehmen haben seit dem vergangenen Jahr sogenannte Sonderinvestitionsverträge (Spezinvestkontrakt) mit dem russischen Wirtschaftsministerium unterschrieben. In den nächsten Tagen wird auch der Dortmunder Pumpenhersteller Wilo einen der begehrten „Spezinvestkontrakte“ unterschreiben. „Das gibt uns die Möglichkeit, als lokaler Hersteller zu agieren und stärkt damit unsere Wettbewerbsposition“, erklärte Generaldirektor von Wilo Rus Jens Dallendörfer gegenüber OWC. Wilo hatte im Juni 2016 im Moskauer Gebiet ein Werk für 35 Millionen Euro eröffnet.

Freundschaftliche Beziehungen pflegen

Zu dem Treffen waren Geschäftsführer von über 20 deutschen Unternehmen nach Sotschi gekommen, darunter Vertreter von Linde, Bauer, Knauf, Metro, Schaeffler, Wolffkran, Nord Stream und Siemens. Das jährliche Treffen ist eine Initiative des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Zuletzt traf Putin im Frühjahr 2016 mit den deutschen Wirtschaftsvertretern zusammen. Wolfgang Büchele, Vorsitzender des Ost-Ausschusses, äußerte seine Überzeugung, dass es auch das Ziel der neuen deutschen Bundesregierung sein werde, freundschaftliche Beziehungen zu Russland zu pflegen. Zugleich sprach er über die Gefahren, die aus den neuen US-Sanktionen für deutsche Investoren in Russland erwachsen. Als Geburtstagsgeschenk überbrachte der Ostausschuss dem russischen Präsidenten – anlässlich der Fußball-WM im kommenden Jahr – ein Fußballtrikot der deutschen Fußballnationalmannschaft „mit der Nummer des Mittelstürmers: 9“, wie Büchele sagte. Putin wurde am 7. Oktober 65 Jahre alt.

Nasarbajew lobt Aktivität der deutschen Wirtschaft

Themen des Treffens in Sotschi waren Digitalwirtschaft, Energie, Landwirtschaft, Handel und die Lokalisierung der Produktion in Russland.
Von russischer Seite war auf dem Treffen der Großteil der russischen Regierung vertreten. Zudem hatte Putin kurzfristig den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew zum Treffen eingeladen, der mit mehreren Ministern teilnahm. Dieser lobte die wirtschaftlichen Beziehungen und wies darauf hin, dass der deutsch-kasachische Handel in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres um 1,5 Milliarden US-Dollar gewachsen sei. In den vergangenen fünf Jahren seien in Kasachstan 19 Investitionsprojekte realisiert worden. Erst am Mittwoch war der russische Präsident in Sotschi mit den Führern der GUS-Staaten beziehungsweise der Eurasischen Wirtschaftsunion zusammengekommen. Bis auf die Ukraine nahmen alle Mitglieder der GUS an dem Treffen teil.
Zeitgleich fand am Donnerstag in Berlin der „Unternehmerkongress Recht in Russland“ vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und der Wegweiser Media & Conferences GmbH Berlin statt. Auf der gemeinsamen Rechtskonferenz wurde unter anderem auch die Idee eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes von Lissabon bis Wladiwostok diskutiert.

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