Nord Stream 2: Alternativer Routenplan liegt bereit

MOSKAU. Im Falle einer Blockierung des Pipelineprojektes Nord Stream 2 durch die dänische Regierung liegt bereits ein alternativer Plan bereit.

Im Falle einer Blockierung des Pipelineprojektes Nord Stream 2 durch die dänische Regierung könnte die Route geändert werden.
Im Falle einer Blockierung des Pipelineprojektes Nord Stream 2 durch die dänische Regierung könnte die Route geändert werden. Foto: iStock / doranjclark

Falls Dänemark den Verlauf der Pipeline durch das eigene Territorium verhindere, könne die Route geändert werden, sagte der Technische Direktor von Nord Stream 2, Sergej Serdjukow, am 6. Oktober. Die Route würde sich dadurch nicht wesentlich verlängern. Vergangene Woche hat die dänische Regierung einen neuen Gesetzesentwurf eingereicht, demzufolge das dänische Außenministerium das Mandat über die Entscheidung von Projekten wie Nord Stream 2 bekommen soll. Dänemark will das Pipelineprojekt aus außen- und sicherheitspolitischen Gründen rechtskräftig blockieren.

Auch russische Umweltschützer kritisieren das Umweltverträglichkeitsgutachten des russischen Streckenabschnittes, wie die Zeitung Kommersant berichtete. In dem Gutachten fehlten Kommentare von Anhörungen, die einen Einfluss auf die Entscheidung der Behörden nehmen könnten. Anfang September konnten Bürger in der Oblast Leningrad Einwände gegen das Projekt einreichen.

Bisher kann nur die Energieagentur Dänemarks einschreiten, wenn der Bau der Pipeline eine Gefahr für die Umwelt darstellt. Für die Umsetzung des Projekts ist eine formelle Zustimmung der Länder Russland, Schweden, Dänemark und Deutschland erforderlich. Vergangene Woche hatte der juristische Dienst des Europäischen Rates Befürwortern des Projektes den Rücken gestärkt. Ein vom Dienst veröffentlichtes Gutachten besagt, die EU habe keine Rechtsgrundlage, um mit Russland über Nord Stream 2 zu verhandeln.