Fitch findet russische Staatsbanken unwirtschaftlich

Staatsbanken generieren kaum eigene Gewinne. Die Ratingagentur Fitch hat ausgerechnet, dass der russische Staat seit 2013 mehr als zwei Billionen Rubel für seine Banken ausgegeben hat.

Die Bank Otkrytie Financial Corporation gehört zu den Finanzinstituten, die auf die Hilfe des Staates angewiesen sind. Foto: wikipedia/well-liked

MOSKAU. Die US-amerikanische Ratingagentur Fitch hat ausgerechnet, wie viel Geld Russland für die Rettung von Banken mit staatlicher Beteiligung ausgibt. Seit 2013 hat der Staat dafür mehr als zwei Billionen Rubel (29,4 Mrd. EUR) ausgegeben, wie die Ratingagentur mitteilte. Aus dem im September veröffentlichten Bericht über den russischen Bankensektor geht hervor, dass allein die Sberbank Gewinn macht. Die Kapitaleinnahmen der übrigen Staatsbanken bestehen größtenteils aus staatlichen Zuschüssen. „Die meisten russischen Staatsbanken sind sehr stark vom Staat unterstützt worden. Das ähnelt einer versteckten Sanierung“, sagt Alexander Danilow, Direktor bei Fitch. Für den Staat lohne es sich nicht, sich im Bankengeschäft zu beteiligen, hieß es im Bericht. Zu den Staatsbanken gehören neben der Sberbank die VTB-Group, die Gazprombank, die Otkrytie Financial Corporation sowie die Russian Agricultural Bank. Die staatlichen Ausgaben seit 2013 setzten sich zusammen aus 854 Milliarden Rubel aus dem Nationalfonds für Wohlfahrt, 260 Milliarden Rubel aus dem Haushalt sowie eine Billion Rubel aus dem Programm zur „Kapitalisierung von Staatsanleihen“.