Person der Woche: Frederick W. Smith

c/o U.S. Department of Defense, U.S. Army photo by David Vergun
c/o U.S. Department of Defense, U.S. Army photo by David Vergun

ASPEKTE

Frederick W. Smith: Der ständige Überflieger

  • Der FedEx-Gründer musste sich schon als Kind beweisen
  • Das Überleben seines Unternehmens war zu Beginn reine Glückssache.
  • Bereits 1984 hat der Befürworter von freiem Handel den Weg in den chinesischen Markt geebnet.

Als Kind fast verkrüppelt, Millionenerbe, Vietnam-Soldat – Frederick Wallace Smith musste schon früh seine Qualitäten als Steh-auf-Männchen beweisen: Mit Hüftarthritis geboren, besiegt er die Krankheit im Alter von zehn Jahren. Er schafft es, ein guter Sportler und sogar Pilot zu werden. In Vietnam überlebt er nur knapp einen Angriff, indem er seinem Gegner ins Knie schoss, als er bereits seine Schutzkleidung und Granate verloren hatte, so eine Legende. Nach dem Krieg wurde Smith Gründer, Konzernchef und Großaktionär.

Sein Unternehmen heißt „FedEx“. Der Firmenname hat sich zu einem feststehenden Begriff entwickelt: „To fedex something“ bedeutet heute, etwas über Nacht zu verschicken. Diese Idee hatte Smith schon in seinen ersten Jahren in Yale, wo er Politik und Wirtschaft studierte. Sein Professor hatte sie damals abgetan, sie könne „niemals funktionieren“. Doch Smith machte aus dem Businessmodel einen Weltkonzern. Mit 27 gründete er die Firma, die er „Federal Express“ nannte, obwohl es nie eine staatliche Beteiligung gab, um dem schlechten Ruf der Transportbranche entgegenzuwirken. Denn die war 1971 noch als mafiöses Geschäft verschrien. Als er schon 26 Monate nach Beginn des Betriebs Verluste in zweistelliger Millionenhöhe machte, flog er nach Las Vegas und gewann fast die gesamte Summe im Blackjack. Solche Auf-und-Abs hat es in der Geschichte von FedEx immer wieder gegeben.

Zu den weniger rühmlichen Geschichten zählen ein Prozess wegen Dokumentenfälschung und ein schwerer Autounfall, bei dem Smith am Steuer saß. Politisch machte Smith auf sich aufmerksam, als er den ehemaligen Präsidenten George W. Bush unterstützte. Smith wurde nach dessen Wahl sogar als möglicher Verteidigungsminister gehandelt. Es wurde dann Donald Rumsfield.

Der FedEx-Mann baut seine politischen Kontakte noch aus der Uni-Zeit aus, mit George W. und John Kerry war er in der berühmt-berüchtigten Studentenverbindung „Skulls and Bones“ in Yale. Vor politischem Lobbying schreckt der FedEx-Lenker auch in der Praxis nicht zurück: Bereits 1984 weitete das Unternehmen seine Aktivitäten nach China aus, dort kämpfte das Unternehmen mit der Regierung um Gleichbehandlung und Marktzugang, und gewann schließlich. Darauf können andere Firmen aufbauen. Auch in den USA ist FedEx ein starker Lobbyist für vereinfachte Transportregelungen und freieren Handel.

In Logistik-Branche ist der Name Smith schon vor Frederick Wallace nicht unbekannt: Sein Großvater war Dampfschiff-Kapitän, sein Vater gründete ein Busunternehmen, das er später an die berühmten Greyhound Lines verkaufte. Fred Smith selbst hat zehn Kinder.

 


AUSSAGEN

  • Als Logistiker ist Smith ein Befürworter von weltweiter Vernetzung.
  • Die Branche werde zukünftig vor allem von erhöhter Geschwindigkeit geprägt sein.
  • Den freien Handel zu begrenzen, würde den USA schaden.

Über US-Präsident Donald Trump (2017)

„Trump ist der neue Sheriff im Dorf. Diplomatische Nettigkeiten und Welthandel … das ist einfach nicht Trumps Art.“

Über die US-Wirtschaft und freihandel (2017)

„Wenn wir den US-Status als globaler wirtschaftlicher und politischer Leader halten wollen, müssen wir gemeinsam politische und Infrastruktur-Lösungen ausarbeiten, die unsere Wirtschaft modernisieren und antreiben.“

„Die USA vom Handel abzuschneiden, wäre wie zu versuchen, ohne Sauerstoff zu atmen.“

„Ich bin nicht einverstanden mit der Aussage, dass globalisierte Märkte und Freihandel schlecht waren für die USA. Ich denke eher das Gegenteil. Das waren großartige Dinge für unserer Land.“
„Zirka 25 Prozent unserer gesamten wirtschaftlichen Aktivität ist Handel.“

Über Veränderungen im Welthandel (2017)

„Es gibt solide Wachstumsbereiche in der heutigen Wirtschaft. Nehmen Sie E-Commerce. (…) E-Commerce-Shopping ist kein Trend – es ist heute ein grundlegender Teil des Einzelhandels.“

„Eine vernetzte Welt bringt Innovation, wenn Ideen, Güter und Technologien gemeinsam interagieren, um zu verändern, wie wir leben und arbeiten. Industrie und Politik müssen zusammenarbeiten, um diese Ziele zu erreichen.“

Über Business-Strategie (2008)

„Man kann die besten Manager der Welt haben – wenn die Strategie schlecht ist, hat man ein Problem.“

Über die Anforderungen an die Logistikbranche (2008)

„Wir haben schon in der Vergangenheit gesehen, dass die Tonnage kaum zulegt, aber mehr Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Service verlangt werden.“

Über TPP und China (2012)

„Ich denke, die Entscheidung sich aus TPP zurückzuziehen ist bedauerlich, denn der eigentliche Nutznießer davon ist China. Und China war sehr merkantilistisch, sehr protektionistisch.“


ANSICHTEN

  • Smith erhält viel Lob für seine Geschäftserfolge sowohl aus Wirtschaft wie aus Politik.
  • Senator McCain zählt ihn zu den „großen amerikanischen Erfolgsgeschichten“.
  • Auch als Politiker könnte er sich gutmachen so einige Beobachter.

Larry Kudlow, Late-Night-Talkshow-Moderator und politischer Kommentator (2012)

„Sollte es in den USA einen besseren Geschäftsmann geben, so ist er mir unbekannt.“

Michael Machatschke, Journalist, Managermagazin (2012)

„Für Jammer ist der Fedex-Boss viel zu amerikanisch.“

Art Brass, einer der führenden Manager bei Fed Ex’s über die Motivationsfähigkeiten von Smith

„Das Unternehmen hätte drei- bis fünfmal in den frühen Jahren eingehen müssen. Fred weigerte sich, loszulassen.“

„Die Karriere von Fred Smith baut auf eine Besessenheit von Zeit und Schnelligkeit auf.“

Anton Wahlmann, Kolumnist des Börsenmagazins The Street (2016)

„Mit Smith als Vize-Präsident würde sich Trump auf das nächste Level hieven, denn Smith ist ein Mann mit einwandfreiem Ansehen, nicht nur als Gründer und CEO, sondern auch als Ökonom.“

John McCain, US-Senator (Republikaner) und Präsidentschaftskandidat (2008)

„Ich habe den größten Respekt für Fred Smith und zähle sein Unternehmen zu den großen amerikanischen Erfolgsgeschichten.“

Peter F. Drucker Preis-Lobschrift des Strategic Leadership Forum (1997)

„Er hatte eine Vision, wie bestehende Technologien zu kombinieren und neue Prozesse zu entwickeln sind, um neue Möglichkeiten zu realisieren.“

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here