Thüringens Wirtschaft moniert Russland-Sanktionen

Thürgingens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee räumt Auswirkungen der Russland-Sanktionen auf die Thüringer Wirtschaft ein. © Ralf Roletschek/Wikipedia

ERFURT. Die Ausfuhren der Thüringer Wirtschaft nach Russland sind in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Dies berichtete die Thüringer Allgemeine. Im Jahr 2014 hatten die Thüringer Exporte nach Russland noch bei 339 Millionen Euro gelegen. 2015 waren es 240 Millionen Euro. „Im ersten Halbjahr 2015 sanken die deutschen Exporte nach Russland um 43 Prozent, die Thüringer Industrie verzeichnete einen Rückgang um 31 Prozent“, sagte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee in Erfurt. Thüringer Unternehmer spürten die Folgen politischer Entscheidungen, bekannte Tiefensee die Auswirkungen von drei Jahren Sanktionen gegen Russland auf die deutsch-russischen Beziehungen auf einem Podium.

Für ein Ende der Sanktionen plädierte auch der Thüringer Bauernverband. Irgendwann werde sich der Lebensmittelmarkt in Russland komplett neu ordnen, und die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus Thüringen seien dann in dem Land nicht mehr gefragt, warnte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Thomas Grottke, vor den langfristigen Folgen. Die Sanktionen belasten die Thüringer Landwirte dem Verband zufolge mit einem Defizit im zweistelligen Millionenbereich. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik ist der Wert der Ausfuhren aus Thüringen nach Russland im vergangenen Jahr weiter auf 217 Millionen Euro gefallen.