Verwaltungsgericht sperrt türkischsprachiges Angebot von „Booking.com“

Immer weniger Touristen reisen in die Türkei © EBRD

ISTANBUL. Das Istanbuler Verwaltungsgericht hat dem Online-Buchungsportal „Booking.com“ verboten, türkischen Kunden seine Dienstleistungen anzubieten. Hintergrund der Sperrung des Online-Vermittlers von Übernachtungen im türkischen Internet ist laut der Zeitung Hürryjet eine Klage der Assoziation der türkischen Reisebüros, TURSAB. Der Verband zog gegen den Online-Dienstleister vor Gericht mit dem Vorwurf, er verzerre den nationalen Wettbewerb.

Die von TURSAB durchgesetzte Sperrung des türkischsprachigen Angebots des Vermittlungsdienstleisters ist allerdings schwer umzusetzen. Für türkische Kunden ist es nach wie vor möglich, beispielsweise über die englischsprachigen Seiten von „Booking.com“, Hotels zu buchen. Ein weiterer Grund für den Kampf des Verbandes TURSAB gegen „Booking.com“ seien dem Bericht zufolge ausbleibende Steuereinnahmen, wenn Hotels über internationale Buchungsportale ihre Zimmer verkaufen.

Die Sperrung des niederländischen Online-Dienstleisters ist ein Präzedenzfall, der auch weitere Online-Reisevermittler treffen könnte. Wegen Terrorgefahr  meiden immer mehr Touristen die Türkei. In Deutschland ist dem Deutschen Reiseverband DRV zufolge in diesem Jahr die Zahl der Frühbuchungen im Vergleich zu 2016 um 58 Prozent zurückgegangen.

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