Wirtschaftstrends im Iran-Geschäft

Deutschland hat 2016 25 Prozent mehr exportiert als im Vorjahr. Foto: iStock © SaffronMan
Deutschland hat 2016 25 Prozent mehr exportiert als im Vorjahr. Foto: iStock © SaffronMan

Die Iran-Sanktionen sind und bleiben ein Dauerthema. Unternehmen, die das Marktpotenzial des Iran erschließen wollen, sind gut beraten, sich regelmäßig über neue Entwicklungen und Vorschriften zu informieren.

Wir sprachen mit Amir Alizadeh, Deputy Managing Director der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer, Teheran über das Iran-Geschäft.

Welche deutschen Waren werden im Iran am stärksten nachgefragt?

Exportschlager aus Deutschland nach Iran waren schon immer Maschinen und Anlagen. Die industriell geprägte Wirtschaftsstruktur kommt deutschen Maschinen- und Anlagenbauern immer gut entgegen. In fast allen Sektoren.

In welchen Branchen ist mit einem Wachstum zu rechnen, seit Aufhebung der Sanktionen?

Der Ölsektor ist sehr schnell gewachsen. Petrochemie, erneuerbare Energien und die Automobilbranche sind die Sektoren, die schneller wachsen werden.

Inwieweit hat sich der Handel deutscher Zulieferer und Ersatzteilhersteller durch die Aufhebung der Sanktionen verändert?

Deutschland hat 2016 25 Prozent mehr exportiert als im Vorjahr. Hermes deckt wieder die Exporte ab und es gibt mehr Zahlungswege.

Vor welchen Herausforderungen steht die iranische Wirtschaft?

Die hohe Jugendarbeitslosigkeit ist sicherlich die größte Herausforderung der iranischen Wirtschaft. Finanzierung und das schnellere Anschließen des iranischen Bankensektors an die internationalen Banken sind weitere Herausforderungen.

Worin unterscheiden sich Russland und der Iran aus ökonomischer Sicht?

Die iranische Wirtschaft ist diversifizierter. Iran war erfolgreicher darin, sich vom Öl unabhängig zu machen.

Mit welchen Anliegen können sich Unternehmen an die AHK Teheran wenden?

Die AHK Iran bietet ein umfangreiches Dienstleistungsportfolio: Markteintrittsberatung, Rechtsberatung, Office-in-Office, Messedienstleistungen, Veranstaltungen und Infoseminare, berufliche Weiterbildung etc.

Wie ist der Planungsstand deutscher Wirtschaftsvertreter, die Sie aufsuchen?

Wir stellen im neuen Jahr immer mehr fest, dass die deutschen Unternehmen mit ihren Plänen weiter sind. 2016 waren die meisten mehr auf „Fact finding“-Tour. Aber jetzt bekommen wir mehr Anfragen zur Firmengründung, Partnersuche, Marktrecherche und Organisation von Infoseminaren und Fachveranstaltungen.

 

Cover IranContact 01/2017

Diese und weitere über 120 Fragen und Antworten finden Sie in IranContact 01/2017

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