Automarkt hofft auf „Frühling“

VW verzeichnete 2016 entgegen dem Trend ein Plus in Russland.

Nach einer leichten Erholung Ende 2016 sind die Pkw-Verkäufe in Russland im Januar wieder deutlich gesunken. Die Autobauer hoffen dennoch auf eine Rückkehr zu einem stabilen Wachstum schon in diesem Jahr.

Im Dezember letzten Jahres war der Automarkt um nur 1,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gefallen und lag bei 145.700 verkauften Pkw und Kleintransportern. Im November gab es sogar ein geringfügiges Wachstum um 0,6 Prozent. Laut Angaben der Association of European Businesses (AEB) fielen die Verkäufe im Januar jedoch wieder um 5 Prozent und betrugen nur 77.900 Pkw.

Der Konzern Volkswagen, der südwestlich von Moskau produziert und bei den Verkäufen auf Platz fünf liegt, verzeichnete entgegen dem Trend ein Plus von 3 Prozent: 4.581 VW konnte der Hersteller im Januar verkaufen. Verlierer des Monats waren Toyota (-37%) und Mercedes-Benz (-23%). Auf Platz eins liegt mit deutlichem Abstand (16.334 Pkw) weiterhin der russische Autobauer Lada.

Insgesamt wurden 2016 nur 1,42 Millionen Neuwagen verkauft, ein Rückgang um 11 Prozent. Damit ist der Markt das vierte Jahr in Folge geschrumpft. Für 2017 hatte die AEB jedoch eine Erholung um vier Prozent erhofft. Handelsminister Denis Manturow dämpfte die Erwartungen jedoch im Februar: Lediglich im Pkw-Segment werde es einen „unbedeutenden“ Zuwachs geben.

Bei der AEB hofft man allerdings, dass die mauen Verkaufszahlen aus dem Januar nur Ausdruck eines „Preisschocks“ sind, der sich in den nächsten Monaten geben wird. Denn die Hersteller haben angesichts des weiterhin schwachen Rubelkurses Anfang des Jahres noch einmal die Preise angezogen. „Die Käufer haben das Produktangebot und die Preise von 2017 akzeptiert und sich mit der neuen Wirklichkeit abgefunden“, sagt Jörg Schreiber, Vorsitzender des Komitees der Autohersteller bei AEB. Eine wirkliche Belebung des Marktes erhofft er sich für „den Anfang der Frühlingssaison“.

Laut einer aktuellen Prognose der Wirtschaftsberatung EY vom Februar könnte der Automarkt bis 2020 wieder auf 2,2 Millionen wachsen. Zum Vergleich: 2012 hatten die Verkäufe noch bei knapp 3 Millionen Stück gelegen.

Als Gründe für das Wachstum sieht EY vor allem die „aufgeschobene Nachfrage“, die sich seit dem Beginn der Marktkontraktion 2013 aufgestaut habe. Das Durchschnittsalter der Autos in Russland liege heute bei 12,5 Jahren (ausländische Pkw 9,9 Jahre, russische Pkw 16 Jahre). Für ausländische Hersteller, die im Land produzieren, bieten sich über die nächsten Jahre gute Möglichkeiten. Denn der EY-Studie zufolge ist der Anteil russischer Marken bis Mitte 2016 schon auf 41 Prozent gesunken, 2014 lag er noch bei 45 Prozent. mog

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