Iran: DHL installiert neue Verbindung für Stückgut und Komplettladungen

BONN. Die Logistikwirtschaft bereitet sich auf eine wachsende Nachfrage nach Gütertransporten in den Iran vor. So auch DHL Freight. Die Frachtsparte von Deutsche Post DHL hat in Frankfurt am Main und Istanbul Ende Oktober Kompetenzzentren für Transporte in den Iran eingerichtet. Von dort verkehren nach DHL-Angaben nun wöchentliche Stückguttransporte sowie europaweite Teil- und Komplettladungen in den Iran.

DHL bietet wöchentliche Stückguttransporte in den Iran an. © DHL
DHL bietet wöchentliche Stückguttransporte in den Iran an. © DHL

Das weltgrößte Logistikunternehmen DHL ebnet europäischen Unternehmen den Weg für Exporte in den Iran. In seinen Depots in Frankfurt am Main und Istanbul hat DHL Freight dazu Kompetenzzentren für den Iran-Verkehr eingerichtet. „Von dort möchten wir Unternehmen unterstützen, die Handelsbeziehungen mit dem Iran eingehen“, sagte Amadou Diallo, CEO der DHL-Frachtsparte. Möglich sind laut DHL nun wöchentliche Sammelgutabfahrten nach Teheran ab dem Gateway in Frankfurt am Main.

Weiterhin bietet DHL auf dieser Route auch Gefahrguttransporte, Transporte von Kühlwaren, Lagerlogistik, Zollabwicklung und die GPS-Überwachung an. Über das DHL-Netzwerk kann zudem Fracht aus ganz Europa in den Iran befördert werden.

Deutsche Iran-Exporte legten im ersten Halbjahr 2016 um fünf Prozent zu

Nach Angaben von Eurostat lieferten deutsche Unternehmen in den ersten fünf Monaten 2016 erhöhten sich die deutschen Maschinenlieferungen in den Iran um 4,8 Prozent auf 250 Millionen Euro. Nachgefragt wurden vor allem Spezialmaschinen, Getreide und Arzneimittel. Seit Ende Juni können deutsche Exporteure auch wieder ihr Iran-Geschäfte durch Hermes-Exportkreditgarantien absichern. Die Wirtschaftsverbände stimmt diese Entwicklung positiv. Für eine weitere Intensivierung des Handels werden eine funktionierende Logistik und stabile Lieferketten vorausgesetzt.

Gegen den Trend

Das deutsche Iran-Geschäft bewegt sich damit gegen den Trend. Die iranischen Gesamtimporte fielen auch im ersten Quartal des Jahres 2016/17 weiter zurück. Wie der iranische Zoll Anfang September mitteilte, sind die Einfuhren gegenüber der Vorjahresperiode demnach um 13 Prozent auf neun Milliarden US-Dollar gesunken. Gemäß der persischen Zeitrechnung begann das Quartal am 21. März 2016 und endete am 20. Juni 2016.

Die fünf wichtigsten Lieferanten in diesem Zeitraum waren China (2,0 Mrd. US-Dollar), gefolgt von den VAE (1,5 Milliarden US-Dollar), wobei es sich hierbei vor allem um Reexporte via Dubai handelt. Es folgen Südkorea (0,7 Milliarden US-Dollar), die Türkei (0,6 Milliarden US-Dollar) und Russland (0,5 Milliarden US-Dollar). Deutschland taucht in dieser Reihenfolge erst an hinterer Stelle auf, ist aber der mit Abstand wichtigste EU-Lieferant und erreicht darunter einen Anteil von einem Drittel.

Diese und weitere Meldungen zum neuen Iran-Geschäft deutscher Unternehmen finden Sie im Außenwirtschaftsmagazin IranContact.