Außenhandel mit Asien-Pazifik weitgehend konstant

Das schwache Wachstum ist vor allem auf den stagnierenden Handel Deutschlands mit China und ASEAN im Betrachtungszeitraum zurückzuführen. © hhm-hasenpusch
Das schwache Wachstum ist vor allem auf den stagnierenden Handel Deutschlands mit China und ASEAN im Betrachtungszeitraum zurückzuführen. © hhm-hasenpusch

HAMBURG. Der deutsche Handel mit der Region Asien-Pazifik blieb im ersten Halbjahr 2016 weitestgehend konstant, teilte der OAV in einem Kurzbericht mit. Eine Zunahme der deutschen Importe von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steht leicht gesunkenen Exporten von 1,2 Prozent gegenüber. Das deutsche Handelsbilanzdefizit erhöhte sich damit leicht auf 9,7 Milliarden Euro, das Handelsvolumen stieg auf insgesamt 200,1 Milliarden Euro (1.HJ 2015: 199,2 Mrd. EUR). Das schwache Wachstum ist vor allem auf den stagnierenden Handel Deutschlands mit China und ASEAN im Betrachtungszeitraum zurückzuführen. China und ASEAN machen insgesamt einen Anteil von 64 Prozent des deutsch-asiatischen Handels aus.

Der Handel mit Deutschlands wichtigstem Partner in Asien-Pazifik entwickelte sich nur verhalten positiv. Die deutschen Exporte nach China legten um 0,7 Prozent auf 42,7 Milliarden zu – die Importe wuchsen auf insgesamt 52,1 Milliarden Euro an. Das deutsche Handelsbilanzdefizit lag damit bei knapp 9,4 Milliarden Euro. Chinas Anteil am deutschen Handel mit der Region Asien-Pazifik beläuft sich auf insgesamt 47,4 Prozent – der Anteil an Deutschlands Handel mit der Welt liegt bei knapp 7,6 Prozent.

Japan hat sich in ersten sechs Monaten des Jahres – zumindest vorläufig – seinen Platz als zweitwichtigster deutscher Absatzmarkt wiedererkämpft. Im Kalenderjahr 2015 wurde Japan erstmalig von Korea abgelöst. Die deutschen Exporte nach Japan stiegen um 3,2 Prozent auf ein Volumen von 10,2 Milliarden Euro an, während die Exporte nach Südkorea um 5,3 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro zurückgingen. Auch erhöhten sich die Importe aus Japan um ganze 7,2 Prozent auf knapp 12,6 Milliarden Euro. Die koreanischen Importe stagnierten derweil bei 4,3 Milliarden Euro. Das abgekühlte Wachstum in Korea schlägt sich damit auch in den deutsch-koreanischen Handelsbeziehungen nieder.

Ebenso rückläufig war der deutsche Warenaustausch mit Indien. Sowohl die Ausfuhren (-4,8%) als auch die Importe (-1,3%) schwächten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich ab. Das positive Momentum des letzten Jahres konnte somit nicht aufrechterhalten werden. Positiv entwickelte sich hingegen der Handel mit Bangladesch und Sri Lanka. Die deutschen Ausfuhren nach Bangladesch stiegen um 6,9 Prozent auf 415,9 Millionen Euro, während die Exporte nach Sri Lanka sogar um 21,5 Prozent auf 183,7 Millionen Euro zulegten. Ebenso stiegen die Importe um 1,9 Prozent bzw. 4,7 Prozent aus beiden Ländern an.

Der deutsche Handel mit der südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) belief sich im ersten Halbjahr 2016 auf insgesamt 33,7 Milliarden Euro und lag damit etwa 200 Millionen Euro über dem Vorjahreszeitraum. Das Handelsvolumen entspricht etwa 17 Prozent des deutschen Handels mit der Region Asien-Pazifik. Deutlich positiv entwickelte sich die Handelsbeziehungen mit Vietnam und Thailand, wohin die deutschen Exporteure Zuwächse von 15,5 Prozent bzw. 10,0 Prozent zu verbuchen hatten. Die Importe stiegen ebenfalls im zweistelligen Bereich um 10,5 bzw. 6,1 Prozent. Der Handel mit vielen anderen südostasiatischen Nationen entwickelte sich hingegen negativ. Nach Philippinen (-20,8%), Myanmar (-18,5%) und Malaysia (-9,1%) brachen die deutschen Ausfuhren besonders stark ein.