Exporte nach Osteuropa steigen wieder stärker

Blocklager am HHLA Containerterminal Altenwerder © HHM / Michael Lindner
Blocklager am HHLA Containerterminal Altenwerder © HHM / Michael Lindner

BERLIN. Erstmals seit dem Rekordjahr 2012 wachsen die deutschen Exporte nach Osteuropa wieder stärker als die deutschen Ausfuhren insgesamt. Dies ergab eine Auswertung der aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts durch den Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Während die deutschen Gesamtausfuhren im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent zulegten, wuchsen die Exporte in die 21 Länder vom Ost-Ausschusses betreuten Länder im Durchschnitt um 3,3 Prozent. „Es geht endlich wieder aufwärts“, so Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Michael Harms zu den aktuellen Zahlen: „Nach zwei rabenschwarzen Jahren geht eine lange Durststrecke zu Ende. Osteuropa ist und bleibt ein Chancenraum für die deutsche Wirtschaft und gewinnt als Absatzmarkt wieder an Gewicht.“ Im Gesamtjahr 2015 waren die deutschen Lieferungen in die Ost-Ausschuss-Länder noch um fast zwölf Prozent zurückgegangen, während der deutsche Export insgesamt um gut sechs Prozent gestiegen war.

Zu der positiven Trendwende trägt vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach deutschen Waren in Südosteuropa bei. Die Ausfuhren nach Rumänien, Serbien und Kroatien legten im ersten Halbjahr 2016 um jeweils rund 14 Prozent zu. Unterstützt wurde die positive Gesamtentwicklung in der ersten Jahreshälfte auch durch die sichtbare Erholung der Lage in Russland. Nach einem Rückgang der deutschen Exporte nach Russland von 25 Prozent im Jahr 2015 rückt eine Bodenbildung in greifbare Nähe. In den ersten sechs Monaten 2016 lag das Minus bei den Lieferungen nach Russland nur noch bei 3,2 Prozent. Damit lagen die deutschen Exporte nach Russland allerdings immer noch um acht Milliarden Euro niedriger als in der ersten Hälfte des Rekordjahres 2012. Für eine Rückkehr zu den alten Wachstumszahlen seien die Modernisierung und Überwindung der Rohstoffabhängigkeit der russischen Wirtschaft sowie eine politische Wiederannäherung und der Abbau der Sanktionen notwendig, betont Harms. Dazu müsse der Minsk-Friedensprozess für die Ost-Ukraine endlich umgesetzt werden, um die politischen Voraussetzungen für eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen zu schaffen.