Mögliche Auswirkungen durch den BREXIT

Bank Austria in Wien © UniCredit
Bank Austria in Wien © UniCredit

WIEN. „Die Entscheidung des Vereinigten Königreichs für einen Ausstieg aus der EU hat zumindest auch kurzfristig negative Folgen für den Euroraum.“ Davon geht Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer aus. Er schätzt, dass die Prognose für das Wachstum 2017 für den Euroraum von 1,6 Prozent auf zumindest 1,0 Prozent reduziert werden muss. UniCredit Research erwartet für Deutschland eine Prognoseänderung für das Wirtschaftswachstum für 2017 von derzeit 1,4 Prozent auf zumindest 0,9 Prozent. Für Österreich müsse die Prognose von 1,5 Prozent auf zumindest 1 Prozent reduziert werden, so Bruckbauer.

Hinsichtlich der Länder in Mittel- und Osteuropa sei die Betroffenheit unterschiedlich. So gehen die UniCredit-Analysten davon aus, dass vor allem sehr offene Volkswirtschaften wie Tschechien und Ungarn sowie jene, die aktuell eine angespannte Haushaltssituation erleben (etwa Serbien oder Kroatien), etwas stärker betroffen sind: Die erste Gruppe mit negativen Wachstumseffekten von etwas weniger als einem Prozent bis Ende 2017, die zweite Gruppe mit etwas mehr als ein Prozent. Der negative Effekt auf die Türkei könnte weniger als 0,5 Prozent betragen. Russland ist dagegen nur wenig von einem BREXIT betroffen. Dass die Wirtschaft des Euroraums oder der Länder in Mittel- und Osteuropa durch die BREXIT-Entscheidung deutlich ins Straucheln kommen könnte oder gar die Erholung dauerhaft gefährdet sein wird, glauben die Ökonomen der UniCredit nicht.