Deutsche Messewirtschaft immer internationaler

AUMA-Vorsitzender Walter Mennekes © AUMA
AUMA-Vorsitzender Walter Mennekes © AUMA

BERLIN. Die deutschen Messen haben 2015 ihren Wachstumskurs fortgesetzt. An den 164 internationalen und nationalen Messen beteiligten sich fast 173.000 Aussteller, zwei Prozent mehr als auf den jeweiligen Vorveranstaltungen. Die Zahl der Besucher stieg um 2,6 Prozent auf knapp 9,8 Millionen. Die deutschen Messen haben damit ihre Rolle als einer der wichtigsten Informationskanäle für Entscheider bestätigt, betonte Walter Mennekes, Vorsitzender des AUMA_Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, im Jahres-Pressegespräch in Berlin. Mennekes, der von der AUMA-Mitgliederversammlung für weitere drei Jahre zum Vorsitzenden gewählt wurde, betonte: „Wir können mit positiven Zahlen glänzen. Das persönliche Gespräch auf Messen zählt nach wie vor.“ 2016 dürften die wichtigsten Branchenkennzahlen nochmals um ein bis zwei Prozent zulegen.

Die deutschen Veranstalter sind international heute wesentlich breiter aufgestellt als noch vor einigen Jahren. Die Zahl von Teilnehmern aus aller Welt auf deutschen Messen wächst überdurchschnittlich. So kamen im Jahr 2015 5,6 Prozent mehr ausländische Aussteller nach Deutschland, aus den asiatischen Ländern sogar zehn Prozent mehr. Aus den EU-Ländern konnte ein Plus von vier Prozent verzeichnet werden. Die Auslandsmessen deutscher Veranstalter erreichten im letzten Jahr Aussteller- und Besucherzahlen, die in etwa auf dem Niveau der Vorveranstaltungen lagen. Vor allem die schwierigen Rahmenbedingungen in Russland, Brasilien oder der Türkei verhinderten hier einen Zuwachs, so Marco Spinger, Geschäftsbereichsleiter Globale Märkte & IT. Die 295 deutschen Messen in 34 Ländern verbuchten fast 119.000 Aussteller und 7,8 Millionen Besucher. Für 2016 wird die Zahl der Messen auf 317 steigen. Neue Messen sind insbesondere in China und Indien (je sechs) sowie in Brasilien, Iran und den USA geplant (je drei).

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen stehen vor der Notwendigkeit, stärker im Ausland auszustellen, so Walter Mennekes. Fast 40 Prozent der deutschen ausstellenden Unternehmen stellten heute auch im Ausland aus. Vor 15 Jahren seien es nur halb so viele gewesen. Der Etat des Auslandsmesseprogramms des Bundeswirtschaftsministeriums liege jedoch seit rund fünf Jahren nahezu konstant bei 42 bis 43 Millionen Euro. Die Schwäche des Euros und Preissteigerungen auf vielen Auslandsmärkten hätten zur Folge, dass heute eher weniger Beteiligungen durchgeführt werden könnten als noch vor einigen Jahren. So würden in diesem Jahr voraussichtlich 225 German Pavilions organisiert. Im Jahr 2012 seien es rund 250 gewesen. „Wir drängen darauf, dass der Etat in den nächsten Jahren wenigstens auf 45 Millionen Euro steigt, um das frühere Beteiligungsniveau wieder zu erreichen“, betonte der AUMA-Vorsitzende. Nach Mennekes Einschätzung haben die Abgasaffären der letzten Monate die Bedeutung des Qualitätssiegels „Made in Germany“ im Ausland nicht beschädigt. „Unsere Kunden können sehr wohl unterscheiden zwischen der Qualität, die 95 Prozent aller Firmen liefern, und wenigen Einzelfällen – und seien sie aufgrund der produzierten Stückzahlen noch so groß“, unterstrich Mennekes.