China: Außenhandel leicht erholt

Präsentation der aktuellen Handelszahlen in Peking © CC/pt
Präsentation der aktuellen Handelszahlen in Peking © CC/pt

PEKING. Nachdem die chinesischen Ausfuhren in den ersten beiden Monaten 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch um 4,2 beziehungsweise 0,8 Prozent zurückgegangen sind, legten sie im März um 0,9 Prozent zu. Gleichzeitig fielen die Einfuhren in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 10,3, 5,5 beziehungsweise 8,0 Prozent. Insgesamt erreichte der Außenhandel im ersten Quartal 2016 ein Volumen von 5,2 Billionen Yuan, knapp 700 Milliarden Euro, was gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahres einem Minus von 5,9 Prozent entspricht. Die Exporte fielen um 4,2 Prozent auf 3,0 Billionen Yuan (400 Milliarden Euro) und die Importe um 8,2 Prozent auf 2,2 Billionen Yuan (290 Milliarden Euro). Gleichzeitig stieg der Handelsbilanzüberschuss um 8,5 Prozent auf 810 Milliarden Yuan (knapp 110 Milliarden Euro).
Huang Songping, Sprecher der chinesischen Zollverwaltung, machte bei der Präsentation der aktuellen Handelszahlen einen positiven Trend aus, der auf eine Erholung im Außenhandel schließen lasse. So sind im März im Vergleich zum Vormonat die Ausfuhren um 18,7 Prozent gestiegen und die Einfuhren nur um 1,7 Prozent zurückgegangen. Insgesamt legte der Handel um 8,6 Prozent zu und der Handelsbilanzüberschuss lag mehr als 13-mal höher als im März 2014.
Zu den positiven Faktoren, die eine Belebung im Handel bewirkt haben, zählt Huang Songping stabilisierende und den Handel fördernde Maßnahmen der chinesischen Regierung, den relativ stabilen Kurs des Yuans sowie die Freihandelsvereinbarungen mit verschiedenen Ländern und Wirtschaftsblöcken. So sei der Handel mit Australien im ersten Quartal dieses Jahres um 33 Prozent, der Handel mit der Schweiz um 9,1 Prozent gestiegen. Negativ wirke sich nach wie vor die Unsicherheit in der Weltwirtschaft aus, das geringe globale Wachstum und auch das geringere chinesische Wirtschaftswachstum, aber auch Zeichen für einen globalen Währungskrieg. In diesem Umfeld griffen viele Länder zu protektionistischen Maßnahmen. Laut Huang Songping sei China derzeit das Land, gegen das die weltweit meisten Antidumping-Verfahren angestrengt würden. Nicht ohne Auswirkungen dürften für den chinesischen Außenhandel auch die im April in Kraft getretenen Handelsbeschränkungen mit Nordkorea bleiben, die aufgrund des UNO-Embargos gegen das Land beschlossen wurden.
Positiv ist die Entwicklung des Außenhandels privater Unternehmen. Deren Importvolumen stieg im ersten Quartal im Jahresvergleich um 3,6 Prozent. 38,2 Prozent aller Importe werden von privatwirtschaftlichen Unternehmen realisiert. Bei den Exporten liegen die Werte entsprechend bei 2,4 und 46,1 Prozent. Der Anteil der Privatwirtschaft am Außenhandel ist damit höher als der ausländisch investierter und staatlicher Unternehmen.
Im ersten Quartal hat sich der Handel besonders mit Ländern entlang der „Seidenstraße“ positiv entwickelt: Die Ausfuhren nach Pakistan, Bangladesch, Indien und Russland stiegen im Jahresvergleich um 26,4, 16,6, 6,3, 6,1 beziehungsweise 6,2 Prozent. Mit Russland legte der Handel insgesamt um 3,3 Prozent zu. Gleichzeitig fielen die Exporte in die Europäische Union um 1,4 Prozent, in die USA wurden 3,4 Prozent und in die ASEAN-Region 8,5 Prozent weniger Waren geliefert. Auf die drei Regionen entfallen 46,7 Prozent aller chinesischen Exporte. pt