Deutsche Bahn: Intensivierung der Kooperation mit Chinas Bahnen angestrebt

Hochgeschwindigkeitszug in China © CC/pt
Hochgeschwindigkeitszug in China © CC/pt

PEKING. Die Deutsche Bahn will die Zusammenarbeit mit den chinesischen Bahnen intensivieren. Eine entsprechende Absichtserklärung hat der für internationale Beziehungen zuständige Deutsche-Bahn-Vorstand Ronald Pofalla am 18. März mit seinem Kollegen von den chinesischen Bahnen unterzeichnet. Pofalla bezeichnete die Absichtserklärung als „wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren, um das chinesische Wachstumspotenzial intensiver nutzen zu können“. Bis 2020 investiert China rund 366 Milliarden Euro in den Ausbau der Mobilitätsinfrastruktur.

Drei Bereiche stehen im Mittelpunkt. Die China-Verkehre über die eurasische Landbrücke sollen gestärkt werden. Die Deutsche-Bahn-Tochter DB Schenker betreibt seit 2008 Güterzug-Verbindungen nach China. Derzeit gibt es 400 Züge im Jahr – mit einer Frachtmenge von 30.000 TEU. Bis 2020 soll sich diese auf 100.000 TEU mehr als verdreifachen. Ziel ist zudem eine ausgewogenere Auslastung in beide Richtungen. Noch liegt das Frachtverhältnis bei eins zu zwei zu Gunsten Chinas. Des Weiteren habe China Interesse am deutschen Know-how bei der ressourcenschonenden Wartung der zurzeit 1.200 Hochgeschwindigkeitszüge. Und schließlich sehen beide Seiten beim Seidenstraßen-Projekt Chancen für Kooperationen in Drittstaaten. Neben den heutigen beiden Routen über die Transsibirische Eisenbahn im Norden und über Kasachstan im Süden entsteht in den kommenden Jahren ein dritter Landkorridor und Deutschland ist, laut Pofalla, daran interessiert, mit chinesischen Unternehmen in Drittstaaten Infrasturkturvorhaben zu realisieren.

Ronald Pofalla verwies auch auf Möglichkeiten der Beschaffung in China. Derzeit werden Räder aus dem Eisenbahnwerk in Taiyuan getestet. Der Kauf ganzer Züge ist für ihn momentan jedoch aufgrund komplizierter und nationalstaatlich organisierter Genehmigungsverfahren in Europa keine Option. Mit dem sogenannten „Dritten Eisenbahnpaket“ sollen die Verfahren allerdings harmonisiert werden, was ein langer Prozess sei und nicht vor 2019 erreicht werde, so Pofalla.