Kosovo: Bahnanschluss an Europa

Es scheitert bereits an der Planung. Eine funktionierende Fahrplanauskunft auf der Webseite der kosovarischen Bahn: Fehlanzeige. Zugreisen durch den Kosovo gestalten sich als schwierig. Umso willkommener dürften daher die 82 Millionen Euro sein, mit denen die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Europäische Kommission dem Bahnwesen im Land auf die Sprünge helfen wollen.

Terzijski-Brücke über den Erenik bei Đakovica, Kosovo © Flickr/ Els
Terzijski-Brücke über den Erenik bei Đakovica, Kosovo © Flickr/ Els

Die EIB und die Kommission stellen dem armen Balkan-Land nun Gelder in Höhe von 82 Millionen Euro zur Verfügung. Damit soll der Kosovo seine 148 Kilometer Eisenbahnnetz auf europäischen Mindeststandard bringen und an das europäische Streckennetz anschließen.

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Netzplan Kosovo © Trainkos

Einen entsprechenden Finanzierungsvertrag über 42 Millionen Euro unterzeichneten der EIB-Direktor Massa Bernucci und der kosovarischen Finanzminister Avdullah Hoti im Dezember vergangenen Jahres in der Hauptstadt Pristina. „Dies ist das erste Darlehen, mit dem die EIB den öffentlichen Sektor im Kosovo fördert“, sagte Bernucci.

Die EU bezuschusst die Bahnmodernisierung mit einem Investitionszuschuss von zunächst 40 Millionen Euro. Für spätere Phasen des Vorhabens stellt Brüssel weitere 40 Millionen Euro in Aussicht. „Die EU bekennt sich dadurch zum ihrem Ziel, den westlichen Balkanstaaten eine Beitrittsperspektive zu eröffnen“, sagte der EU-Sonderbeauftragte für den Kosovo, Samuel Žbogar. Auch andere internationale Finanzinstutionen haben bereits Hilfen zugesagt, etwa die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), die sich mit einem seperaten Darlehen beteiligt.

Konkret gefördert wird der Ausbau des kosovarischen Abschnitts der „Rail Route 10“, die von Mazedonien bis nach Serbien führt und gleichzeitig Teil des sogenannten Hauptverkehrskorridors Orient-östliches Mittelmeer ist, der Österreich mit Griechenland und Bulgarien verbindet. Auf der „Rail Route 10“ sollen die Modernisierungsarbeiten Ende 2016 beginnen und bis Ende 2020 abgeschlossen sein – spätestens dann dürfte auch die elektronische Fahrplanauskunft funktionieren.