DRUW: Mittelstand für anderen Umgang mit Russland

Der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund veranstaltete den Mittelstandstag in Hamburg. © DRUW
Der Deutsch-Russische Wirtschaftsbund veranstaltete den Mittelstandstag in Hamburg. © DRUW

Unmittelbar vor der geplanten Verlängerung der Sanktionen äußerten Unternehmer auf dem Deutsch-Russischen Mittelstandstag des Deutsch-Russische Wirtschaftsbundes (DRUW) in Hamburg ihre Unzufriedenheit mit der europäischen und deutschen Politik gegenüber Russland. „Wirtschaftssanktionen führen nicht weiter“, so der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki, der ein Wiederaufleben der Modernisierungspartnerschaft mit dem Westen als Ansatzpunkt einer neuen Entspannungspolitik anregte: „Deutschland muss in der westlichen Staatengemeinschaft aktiv für eine solche Politik werben.“
Für tausende deutscher Mittelständler ist Russland ein wichtiger Markt, der im globalen Maßstab direkt vor unserer Haustür liegt. „Es gibt viele attraktive Bereiche, in denen man mit den sprichwörtlichen Tugenden eines deutschen Mittelständlers punkten kann!“ so Wolfgang Bläsi, Geschäftsführer des größten Milchproduzenten Russlands, der Ekosem Agrar GmbH in Walldorf.
„Wir haben die Preise nicht erhöht und dadurch unsere Marktanteile weiter ausgebaut“, erläuterte Prof. Michael A. Popp, Inhaber und CEO der Bionorica SE, in Hamburg, „wir gehen antizyklisch vor und investieren in Russland“.
„Mittelständler wollen wieder gute Geschäfte mit Russland machen“, fasst Dr. Thomas Overbeck, neuer Präsident des Deutsch-Russischen Wirtschaftsbunds, die Ergebnisse der Jahresleitveranstaltung zusammen, „dabei wäre eine politische Flankierung hilfreich, sie ist aber nicht entscheidend. Unternehmer finden immer Wege sich an Veränderungen anzupassen.“