Zehn Jahre Mikrofinanzierung: European Fund for Southeast Europe (EFSE)

Ein EFSE-Kreditnehmer: Rolleo Confectionery in Priština © EFSE
Ein EFSE-Kreditnehmer: Rolleo Confectionery in Priština © EFSE

BERLIN. Der European Fund for Southeast Europe (EFSE) feiert sein zehnjähriges Jubiläum. Der Fonds wurde Ende 2005 auf Initiative der KfW Bank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit gegründet und gehört heute zu den größten Mikrofinanzfonds der Welt. Der EFSE hat das Ziel, Wachstum und Wohlstand in 16 Ländern* Südosteuropas und der Östlichen Partnerschaftsregion der EU zu fördern. Mithilfe des Fonds, der auf einer öffentlich-privaten Partnerschaft (PPP) basiert und neben der öffentlichen Hand sowohl private institutionelle Investoren als auch internationale Finanzinstitute umschließt, soll für kleine und mittlere Unternehmen der Zugang zu Krediten und Finanzdienstleistungen erleichtert werden. Rund ein Fünftel der Fondsmittel sind für den Privatsektor vorgesehen, etwa für den Bereich Gebäudesanierung und -renovierung.

Aus den Fondsmitteln können Einzelkredite bis zu einem Betrag von 100.000 Euro vergeben werden. Der Vergabeschwerpunkt liegt jedoch deutlich niedriger: Die durchschnittliche Kredithöhe erreicht aktuell rund 7.000 Euro. Seit Gründung des Fonds konnten 1,8 Milliarden Euro an lokale Partnerbanken vergeben werden. Im Zuge der oft mehrmaligen Kreditvergabe der langfristig zur Verfügung gestellten Mittel konnten über die lokalen Partner seit Bestehen des Fonds 660.000 Darlehen mit einem Gesamtvolumen von rund 4,7 Milliarden Euro ausgeteilt werden. Mithilfe dieser Darlehen wurden rund 500.000 Arbeitsplätze in der Förderregion geschaffen oder gesichert.

Derzeit stellt der EFSE rund 70 lokalen Partnern eine langfristige Finanzierung oder technische Unterstützung und Beratung zur Verfügung. Die meisten Fondsmittel gingen in den vergangenen zehn Jahren anteilig nach Serbien (22 Pozent), Georgien (13 Prozent) und Bosnien-Herzegowina (sieben Prozent). Die größte Dynamik verzeichnete zuletzt jedoch die Türkei, in die erst seit 2011 Fondsmittel fließen. Der Anteil der Türkei am EFSE-Portfolio liegt mittlerweile bei 22 Prozent. Im Hinblick auf die Verteilung nach Branchen steht der Landwirtschaftssektor mit einem Anteil von 32 Prozent am Portfolio klar an der Spitze, gefolgt vom Handelssektor, sonstigen Dienstleistungen und der Industrie. Das Fondskapital des EFSE beläuft sich aktuell auf 1,04 Milliarden Euro. Rund zwei Drittel der Fondsmittel werden von privaten Kapitalgebern gestellt. So konnte beispielsweise die Deutsche Bank für den EFSE seit 2007 über den Kapitalmarkt und aus eigenen Mitteln privates Kapital in Höhe von etwa 250 Millionen Euro mobilisieren.

* Die Zielländer des EFSE sind: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien, Serbien, Türkei, Ukraine, Belarus, Moldau, Armenien, Aserbaidschan und Georgien.