Ausländische Waschmittel im Visier

Produktion von Haarspray am Standort in Moskau © Henkel
Produktion von Haarspray am Standort in Moskau © Henkel

MOSKAU. Die russische Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor hat den Einzelhandel aufgefordert, Haushaltschemie und Waschmittel einiger westlicher Anbieter aus dem Sortiment zu nehmen. Explizit betroffen sind Produkte der Konsumgüterkonzerne Henkel, Procter&Gamble, Colgate-Palmolive und Clorox. Rospotrebnadzor begründet das Verkaufsverbot mit Verstößen gegen Gesundheitsvorschriften.

Zudem kam es zu einer überraschenden Kontrolle des Henkel-Waschmittelwerks in Perm durch Beamte der Gesundheitsbehörde. Henkel gab an, für alle Wasch- und Reinigungsmittel von den zuständigen Behörden das staatliche Registrierungszertifikat erhalten zu haben. Dies gelte auch für alle Waschmittel, die das Unternehmen in Russland herstelle, so ein Konzernsprecher. Für den Düsseldorfer Konzern ist Russland der viertwichtigste Absatzmarkt.

Die deutsch-russische Außenhandelskammer bezeichnet das Verkaufsverbot von Haushaltschemie und Waschmittel als unverhältnismäßig und kontraproduktiv. Damit habe die Auseinandersetzung um gegenseitige Strafmaßnahmen zwischen Russland und dem Westen einen neuen Höhepunkt erreicht.

„Auch dieses Mal wenden wir uns in aller Deutlichkeit an die russische Regierung, diese Verbote schnellstens zu überdenken und zurück zu nehmen. Es erscheint wenig glaubwürdig, dass Unternehmen, die in einigen hundert Ländern der Welt handeln, nur in Russland die Anforderungen an Qualitäts- und Verbraucherschutz nicht erfüllen“, so Rainer Seele, Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer.