TÜV SÜD: Mitarbeit am Modellprojekt Triangulum

Konzernzentrale in München © TÜV SÜD AG
Konzernzentrale in München © TÜV SÜD AG

MÜNCHEN. Die Vernetzung der Bereiche Energie, Verkehr und Kommunikation ermöglicht eine neue Art der Städteentwicklung. In den Smart Cities soll künftig mehr Lebensqualität bei geringerem Ressourceneinsatz verwirklicht werden. Im Rahmen des EU-Leuchtturmprojekts Triangulum arbeitet TÜV SÜD an einer standardisierten Kommunikation und einem Leitfaden, um erfolgreiche Geschäftsmodelle und neue Technologien auf andere Städte zu übertragen. Am Zukunftsprojekt Triangulum beteiligen sich über 20 Partner aus Städten, Forschung und Industrie. Das Projekt wurde mit Mitteln aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union unterstützt. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat die Leitung übernommen und wird unterstützt vom Steinbeis-Europa-Zentrum. Erste Projekte laufen in Manchester, Eindhoven und Stavanger und sollen auf Leipzig, Prag und Sabadell übertragen werden.

In Manchester entsteht unter anderem ein autarkes Energienetz, das ein Stadtviertel mit 72.000 Studierenden künftig mit Wärme und Strom versorgt. Eindhoven installiert beispielsweise Sensoren zur bedarfsgerechten Steuerung des öffentlichen Nahverkehrs oder der Straßenbeleuchtung. Die nowegische Stadt Stavanger – mit der europaweit höchsten Dichte an Elektrofahrzeugen – nutzt das vorhandene Glasfasernetz, um smarte Ladestationen zu realisieren, die mit dem Energieversorger kommunizieren. „Der Schlüssel zu Smart Cities ist die Vernetzung voneinander getrennter Sensor-, Informations- oder Mobilfunknetze“, so Kai Tepe, Sustainability Manager und Auditor bei der TÜV SÜD ImmoWert GmbH. Damit die Kommunikation gelingt, werden u. a. einheitliche technische Standards benötigt. Vor Ort werten Experten von Fraunhofer IAO und TÜV SÜD den Projektverlauf mit den zugehörigen Daten aus. Daraus entsteht ein Leitfaden, der beschreibt, wie sich erfolgreiche Geschäftsmodelle und neue Technologien unter anderen Voraussetzungen implementieren lassen. Städteplanern bietet das eine wichtige Entscheidungshilfe, um die Wirtschaftlichkeit und den Nutzen einzelner Module auf Basis einer Referenzarchitektur beurteilen zu können. Das Projekt Triangulum mit einem Volumen von 30 Millionen Euro läuft bis Januar 2020.