Europa: 15 Länder schaffen integrierten Erdgasmarkt

Maroš Šefčovič, Vizepräsident der EU-Kommission © ec.europa.eu
Maroš Šefčovič, Vizepräsident der EU-Kommission © ec.europa.eu

DUBROVNIK. Im kroatischen Dubrovnik haben 15 mittel- und osteuropäische Staaten vereinbart, ihre Energiemärkte umfassend zu integrieren. Die Länder wollen eine gemeinsame Erdgasinfrastruktur aufbauen, technische und regulatorische Fragen lösen und einen funktionierenden gemeinsamen Energiemarkt schaffen. Damit wird auch ein stabiler Regulierungs- und Marktrahmen geschaffen und so das Investitionsklima in den betreffenden Ländern verbessert. Die meisten Länder Mittel- und Südosteuropas haben keinen Zugang zu einer diversifizierten Gasversorgung.

Eine Stärkung der Infrastruktur durch realistische und machbare Projekte sei unerlässlich, um die Energiequellen zu diversifizieren und die Anfälligkeit der Region für Lieferengpässe zu verringern, so der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefčovič. Bei der Zusammenarbeit im Rahmen der Initiative der Europäischen Kommission zur Förderung von Erdgas-Verbindungsleitungen in Mittel- und Südosteuropa wird neben dem Ausbau des Leitungsnetzes auch die bestmögliche Nutzung bereits bestehender Infrastrukturen im Mittelpunkt stehen, indem beispielsweise Lieferungen in beide Richtungen ermöglicht werden.

Mehrere Infrastrukturprojekte wie die Trans-Adria-Pipeline (TAP), das Flüssiggas-Terminal in Kroatien, die Systemaufrüstung in Bulgarien und Rumänien und die Verbindungsleitungen zwischen Griechenland und Bulgarien sowie zwischen Serbien und Bulgarien haben dabei höchste Priorität. Sie sollen dazu beitragen, dass letztlich jeder Mitgliedstaat in der Region Zugang zu mindestens drei unterschiedlichen Gaslieferquellen hat. Folgende 15 Länder aus EU und der Energiegemeinschaft haben sich auf die Vereinbarung geeinigt: Österreich, Bulgarien, Kroatien, Griechenland, Ungarn, Italien, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Albanien, Mazedonien, Serbien und Ukraine. Bosnien-Herzegowina sowie die Republik Moldau werden zu einem späteren Zeitpunkt unterzeichnen.