Investoren aus China, Japan und der Türkei mit NRW.INVEST AWARD ausgezeichnet

Prämiert wurden Investoren aus China, Japan und der Türkei © NRW.INVEST/R. Sondermann
Prämiert wurden Investoren aus China, Japan und der Türkei © NRW.INVEST/R. Sondermann

DÜSSELDORF. Drei Investoren – aus China, Japan und der Türkei – wurden am 22. Juni 2015 für ihre herausragenden Investitionen mit dem NRW.INVEST AWARD ausgezeichnet. Der Award, den das Wirtschaftsministerium und die landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.INVEST vergeben, geht an das japanische Unternehmen Cyberdyne Care Robotics mit Sitz in Bochum, den türkischen Nuss-Spezialisten Tadım mit seiner Ansiedlung im münsterländischen Emsdetten und an den chinesischen Hartmetallhersteller ZCC Cutting Tools Europe, der seit 2003 mit seiner europäischen Vertriebszentrale in Düsseldorf ansässig ist. Von dort aus betreut das Unternehmen Kunden auf dem gesamten europäischen Kontinent, in Russland und in der Türkei. Die Geschäfte laufen gut, seit 2010 schaffte die ZCC Cutting Tools Europe jährlich zehn neue Stellen und erwirtschaftete 2013 rund 40 Millionen Euro Umsatz. Derzeit ist die Errichtung eines Technologiezentrums in der Landeshauptstadt geplant.

ChinaContact war bei der Preisverleihung dabei und nutzte die Gelegenheit für ein Kurzinterview mit Zhao Quanliang, Geschäftsführer der ZCC Cutting Tools Europe GmbH:

Zhao Quanliang, Geschäftsführer ZCC Cutting Tools Europe GmbH © NRW.INVEST/R. Sondermann
Zhao Quanliang, Geschäftsführer ZCC Cutting Tools Europe GmbH © NRW.INVEST/R. Sondermann

Herr Zhao, welche Bedeutung hat die Auszeichnung mit dem NRW.INVEST Award 2015 für Sie und Ihr Unternehmen?

Der NRW Invest Award ist eine sehr besondere Auszeichnung für unser Unternehmen und eine Anerkennung für die bisherige Entwicklung am Standort Düsseldorf – für uns also ein weiterer Schritt nach vorn. Auch unsere Mitarbeiter werden sich sicher sehr darüber freuen. Der Preis ist für uns alle eine Motivation und auch für unseren Mutterkonzern ist die Auszeichnung Anlass zur Freude.

Die ZCC Cutting Tools Europe GmbH ist seit mehr als zehn Jahren in Deutschland ansässig. Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung Ihres Unternehmens?

Insgesamt können wir auf eine sehr positive Entwicklung und ständiges Wachstum zurückblicken. Hier am Standort in NRW haben wir mit drei Mitarbeitern begonnen, mittlerweile sind hier mehr als über 50 Stellen geschaffen worden. Mit einer Wachstumsrate, die durchschnittlich im zweistelligen Bereich liegt, können wir durchaus zufrieden sein.

Welchen Herausforderungen stellen Sie sich in den kommenden Wochen und Monaten?

Natürlich wollen wir unsere Stellung hier in diesem Markt weiter ausbauen und festigen, dafür müssen wir auch die notwendige Infrastruktur aufbauen. Konkret planen wir die Einrichtung eines eigenen Technologiezentrums für Forschung und Weiterentwicklung unserer Produktpalette. Das ist sehr wichtig, um die Ansprüche unserer Kunden auch künftig erfüllen zu können.

Mehr zur aktuellen Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen NRW und China lesen Sie im NRW-Special der ChinaContact-Ausgabe 09/2015, die am 4. September erscheint. Hier geht es zum Vorjahres-Special.

Kurzinfos zu den zwei anderen Preisträgern:

Über das japanisch-deutsche Medizintechnik-Projekt der Cyberdyne Care Robotics berichtete JapanContact bereits in seiner Ausgabe JC 02/2012 (Seite9). Von Bochum aus vertreibt das deutsch-japanische Joint Venture Cyberdyne Care Robotics nervengesteuerte Robotersysteme zur Bewegungstherapie auf dem deutschen Gesundheitsmarkt. Die japanische Muttergesellschaft Cyberdyne Inc. entwickelte den Roboteranzug HAL, der bewegungseingeschränkten und querschnittsgelähmten Menschen einen Teil ihrer Mobilität zurückgibt. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Bergmannsheil und dem Zentrum für Neurorobotales Bewegungstraining entwickelt Cyberdyne Care Robotics seit 2011 den Anzug in Bochum weiter und strebt weitere Kooperationen im Klinikbereich an. 2013 erhielt HAL die CE-Zertifizierung durch den TÜV Rheinland.

Im münsterländischen Emsdetten investiert der türkische Nuss-Spezialist Tadım aktuell rund zehn Millionen Euro in eine neue Europazentrale. Auf fast 7.000 Quadratmetern entsteht ein hochmodernes Werk mit Produktions-, Verpackungs- und Logistikanlagen. Das 1971 gegründete türkische Familienunternehmen ist spezialisiert auf die Verarbeitung und Verpackung von verschiedensten Nüssen und Trockenfrüchten. Vom Münsterland aus vertreibt Tadım künftig sein komplettes Sortiment nach Europa, Amerika und Kanada. Im ersten Schritt schafft das Unternehmen in NRW 30 neue Arbeitsplätze, 80 weitere sind geplant.

Die erfolgreiche Ansiedlungsstrategie Nordrhein-Westfalens spiegelt sich in der aktuellen Ansiedlungsbilanz des Bundeslandes wider: China, die Türkei und Japan gehörten 2014 zu den Top-5-Investorenländern in NRW, sagte Petra Wassner, Geschäftsführerin von NRW.INVEST. 2014 waren in NRW insgesamt 330 Neuansiedlungen und Erweiterungsinvestitionen ausländische Firmen mit rund 4.300 neuen Arbeitsplätzen zu verzeichnen.