China: Schon die Jüngsten für Innovation begeistern

Sechs- bis Zwölfjährige werden in »Mitmachlaboren« kostenfrei an die chemische Forschung herangeführt. © BASF
Sechs- bis Zwölfjährige werden in »Mitmachlaboren« kostenfrei an die chemische Forschung herangeführt. © BASF

Sie unterstützen beispielsweise Schulen in entlegenen Gebieten des Landes. Sie gehören zu den ersten Helfern, wenn Regionen von Naturkatastrophen heimgesucht werden. In guter Erinnerung ist die prompte Spendenbereitschaft nach dem verheerenden Erdbeben, das Sichuan 2008 im wahrsten Sinne des Wortes erschüttert hatte. Es sind keine kurzfristigen Aktionen. Vielmehr wurden über die Jahre zuverlässige Partnerschaften aufgebaut.

Forscher der Zukunft finden

Ein Beispiel dieses langfristigen sozialen Engagements deutscher Firmen in China sind die vom Ludwigshafener Chemiekonzern BASF aufgebauten Mitmachlabore. Martin Brudermüller, noch bis Mai im Vorstand der BASF für Asien-Pazifik verantwortlich, sagte kürzlich in Peking mit Blick auf Chinas künftige Entwicklung, ohne Innovation könne das Land die Herausforderungen der Zukunft nicht meistern. Für die BASF sei es inzwischen eine Selbstverständlichkeit, in China zu forschen und zu entwickeln. 2025 soll ein Viertel der weltweiten Forschungsausgaben des Unternehmens in Asien realisiert werden, der Großteil davon in China. Ohne Menschen, die zum Forschen bereit sind, die innovativ denken können, geht das nicht.

In den »Mitmachlaboren« geht es nicht um pure Theorie wie oftmals in der Schule, sondern um Chemie zum Anfassen und Mitmachen. Das macht den jungen Laborantinnen sichtlich Spaß. © BASF
In den »Mitmachlaboren« geht es nicht um pure Theorie wie oftmals in der Schule, sondern um Chemie zum Anfassen und Mitmachen. Das macht den jungen Laborantinnen sichtlich Spaß. © BASF

Für den Chemieriesen ist es daher selbstverständlich, schon die Jüngsten für Innovation zu begeistern. Sechs- bis Zwölfjährige werden in »Mitmachlaboren« kostenfrei an die chemische Forschung herangeführt. Unter Aufsicht von Experten können sie experimentieren. So sollen sie für Chemie begeistert werden, sie sollen lernen, wie Chemie dazu beitragen kann, unser Leben zum Positiven zu ändern. Da geht es beispielsweise um Fragen, wie Wasser gereinigt werden kann. Oder sie lernen chemische Reaktionen kennen, die zu Farbänderungen führen – ein Aha-Effekt für viele Kinder, der sie anregen soll, tiefer in die Materie einzusteigen. Hier geht es nicht um pure Theorie wie oftmals in der Schule, sondern um Chemie zum Anfassen und Mitmachen. Für die Kinder ist es durchaus eine »ernste Angelegenheit«, das ist den Gesichtern anzusehen – aufmerksam gebannt sind sie, begeistert, wenn ein Experiment gelingt. Es ist der eiserne Wille, etwas zu schaffen. Spaß gehört aber ebenso dazu, denn ohne Spaß kann Forschung und Entwicklung nicht zum Erfolg gebracht werden. So war auch 2010 auf der Expo in Shanghai ein Mitmachlabor der BASF, gemeinsam mit Figuren aus der Sesamstraße, die die Kinder bei ihren Experimenten angefeuert haben.

Seit 14 Jahren in China

Die ersten sogenannten »Kids Lab« wurden 1997 in Ludwigshafen eingerichtet. In den folgenden Jahren wurde die Initiative in mehr als 30 Länder weltweit »exportiert«, in denen der Chemiekonzern aktiv ist. Seit fast eineinhalb Jahrzehnten gibt es die Mitmachlabore auch in Greater China: Mehr als 150.000 Kinder in Shanghai, Peking, Chongqing, Hongkong, Taipei und Kaohsiung sowie fünf weiteren Städten haben dort seitdem ihre allerersten chemischen Experimente durchgeführt und waren begeistert.

Unter Aufsicht von Experten können die Kinder experimentieren. © BASF
Unter Aufsicht von Experten können die Kinder experimentieren. © BASF

Nahezu jedes Kind, das einmal in einem Labor war, will unbedingt wiederkommen. So gab der achtjährige Wang Fenqing aus Sichuan zu Protokoll, er wolle ein »großer Wissenschaftler« werden und dann das Projekt fördern. Für viele Teilnehmer entsteht eine lebenslange Bindung. Dou Haotian hat beispielsweise als zehnjähriger Junge im Nanjinger Kinderlabor seine ersten Erfahrungen im Umgang mit den chemischen Elementen gesammelt. Zehn Jahre später ist er einer der Freiwilligen, die helfen, den »Neuen« die Geheimnisse der Chemie zu erschließen. pt

Dieser Beitrag ist erschienen in: ChinaContact 05/2015