Erste Group: Veränderungen in Ungarn

Verkündigung der Absichtserklärung in Budapest © EBRD
Verkündigung der gemeinsamen Absichtserklärung in Budapest © EBRD

BUDAPEST. Die ungarische Regierung und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) haben ein Abkommen unterzeichnet, um den ungarischen Finanzsektor zu stärken und die Vergabe von Bankkrediten in Ungarn zu steigern. Die Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung durch EBRD-Präsident Sir Suma Chakrabarti und dem ungarischen Premierminister Viktor Orbán sieht u. a. eine deutliche Senkung der Bankensteuer im Zeitraum 2016 bis 2019 vor. Darüber hinaus verpflichtet sich Ungarn, „keine neuen Gesetze oder Maßnahmen umzusetzen, welche die Profitabilität des Bankensektors negativ beeinflussen könnten“ und „einen fairen Wettbewerb zwischen allen auf dem Markt tätigen Finanzinstituten sowie deren Gleichbehandlung“ landesweit sicherzustellen.

EBRD-Präsident Chakrabarti begrüßte das Memorandum als guten Ansatz zur Überwindung der Schwierigkeiten, mit denen der Bankensektor in den letzten Jahren konfrontiert war. Die Unterzeichnung der Vereinbarung hat die Erste Group dazu veranlasst, die ungarische Regierung und die EBRD einzuladen, sich mit einer Minderheitsbeteiligung von jeweils bis zu 15 Prozent an der ungarischen Tochterbank zu beteiligen. Entsprechende Verhandlungen wurden bereits aufgenommen, der Abschluss der Transaktion wird innerhalb der kommenden sechs Monate erwartet. Der Kaufpreis wird mit einer „Due-Diligence“-Prüfung ermittelt. Die Erste Bank Hungary wird im mehrheitlichen Eigentum der Erste Group bleiben und über einen Zeitraum von drei Jahren drei Kreditprogramme mit einem Umfang von insgesamt 550 Millionen Euro vorstellen. Die EBRD will die lokale Erste Bank dabei unterstützen, in Ungarn eine neue Dynamik zu erzeugen. Sobald dies erreicht ist, wird sie sich aus der Beteiligung zurückziehen.