Merkel zu Besuch in Budapest

Bundeskanzlerin Merkel war auf Kurzbesuch in Budapest © OWC/sm
Bundeskanzlerin Merkel besuchte die ungarische Hauptstadt Budapest © OWC/sm

BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist erstmals nach fünf Jahren wieder nach Ungarn gereist und wurde in Budapest von Ministerpräsident Viktor Orbán empfangen. Nach Angaben des Bundespresseamts erörterten Merkel und Orbán „bilaterale und europapolitische Themen, aktuelle Entwicklungen in Ungarn sowie die Lage in der Ukraine„. Im Anschluss an das Gespräch traf Merkel auch Staatspräsident János Áder.

An der deutschsprachigen Andrássy Universität kam Merkel mit Studenten zu einer Diskussion zusammen. In diesem Rahmen wurde ihr die Ehrendoktorwürde der Universität Szeged verliehen. In ihrer Dankesrede verwies Merkel auch auf die Bedeutung deutscher Unternehmen in Ungarn. Rund 6.000 deutsche Firmen seien hier aktiv und beschäftigten etwa 300.000 Menschen. Diese Aktivitäten hätten einen großen Anteil an der aktuell äußerst positiven Wirtschaftsentwicklung des Landes, betonte Merkel. Das sollte seitens der Regierung bei der künftigen Ausgestaltung der Steuerpolitik bedacht werden.

Merkel verteidigte noch einmal die Russland-Sanktionen der EU, auch wenn diese für die deutsche Wirtschaft schmerzhaft seien. Die Sanktionen seien in Brüssel einstimmig verabschiedet worden – auch mit der Zustimmung des ungarischen Ministerpräsidenten. Merkel und Orbán hatten bei ihrem Gespräch zuvor betont, dass sie die Vision einer Freihandelszone zwischen der EU und der Eurasischen Union begrüßten. Zum Abschluss ihres Besuchs in Budapest traf die Bundeskanzlerin in der Großen Synagoge Vertreter jüdischer Glaubensgemeinschaften.