Osteuropa Wirtschaftstag 2014 in Berlin

Interessiertes Publikum beim Osteuropa Wirtschaftstag © OWC/sm
Interessiertes Publikum beim Osteuropa Wirtschaftstag in Berlin © OWC/sm

BERLIN. Der Osteuropaverein der deutschen Wirtschaft e. V. hat in Berlin zum jährlich stattfindenden Osteuropa Wirtschaftstag eingeladen. In diesem Jahr blickt der Osteuropaverein auf ein Vierteljahrhundert erfolgreicher Verbandsgeschichte zurück. Aus diesem Anlass erscheint zum Wirtschaftstag die Festschrift „25 Jahre Osteuropaverein der deutschen Wirtschaft e. V. – 1989-2014“. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Themen Agrar- und Ernährungswirtschaft, Green Economy sowie ein Länderforum Ukraine. Aus Anlass der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens der EU mit der Ukraine, Georgien und der Republik Moldau folgten auch Georgiens Vizepremierminister Giorgi Kvirikashvili, der ukrainische Wirtschaftsminister Valery Pyatnitsky sowie der stellvertretende Wirtschaftsminister von Moldau, Octavian Calmic, der Einladung nach Berlin.

Der ehemalige EU-Kommissar und Vizepräsident der Kommission Günter Verheugen unterstrich in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der EU-Osterweiterung. Diese sei eine klare „win-win“-Situation für alle Beteiligten. Viel zu häufig entstehe in der Öffentlichkeit der Eindruck, die Erweiterung habe lediglich zu einer finanziellen Belastung der „alten“ EU-Länder geführt. Auch wenn in den kommenden fünf Jahren wahrscheinlich kein weiteres Land aufgenommen wird, sollte an die EU-Kandidaten ein klares Willkommens-Signal gesendet werden, so Verheugen. Uwe Beckmeyer, Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, würdigte die Arbeit des Osteuropavereins in den vergangenen 25 Jahren und überbrachte die Glückwünsche von Bundesminister Sigmar Gabriel, der sich anlässlich der „Asia Pacific Conference of German Business“ in Vietnam aufhält. Im Hinblick auf die EU-Sanktionen gegen Russland unterstrich Beckmeyer, dass diese auf eine Deeskalation der Ukraine-Krise zielten. Zu diesem Thema vertrete die Regierung weiterhin eine einheitliche Position, betonte Beckmeyer.

Marcus Felsner, Vorsitzender des Osteuropavereins der deutschen Wirtschaft, verwies auf die breite Verflechtung der deutschen Unternehmen mit den zentral- und osteuropäischen Nachbarn. Die deutsche Wirtschaft stehe loyal zu ihren Partnern in der Region und verfolge dort ein langfristiges Engagement. „Wir hätten uns sicherlich gerne einen anderen politischen Rahmen zu diesem Jubiläum gewünscht“, so Felsner im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt. Der Konflikt müsse politisch gelöst werden – unter Beachtung der territorialen Integrität der Ukraine, unterstrich Felsner. Die Ukraine dürfe nicht scheitern und zur offenen Wunde in Europa werden. In den kommenden Jahren benötige das Land massive witschaftliche Unterstützung. Das Assoziiierungsabkommen mit der EU sei dafür der richtige Rahmen, so Felsner. Generell sollte die deutsche Wirtschaft ihr Erfolgsmodell fortsetzen und ihre Aktivitäten in Osteuropa weiter intensivieren. Der Osteuropaverein wird den Unternehmen dabei auch in den kommenden 25 Jahren zur Seite stehen, versprach Felsner.