Jamal-LNG-Projekt von NOVATEK läuft nach Plan

Russischer Gasriese © NOVATEK
Russischer Gasriese © NOVATEK

JAMAL. Das Jamal-LNG-Projekt zur Verflüssigung von Erdgas auf der Halbinsel Jamal wird ungeachtet westlicher Sanktionen gegen Russland strikt nach Plan realisiert. Das sagte Leonid Michelson, Chef und Haupteigner des russischen Gaskonzerns NOVATEK, der 60 Prozent der Anteile an dem Projekt hält, vergangene Woche in einer Telefonkonferenz. „Wir und unsere Partner analysieren derzeit den möglichen Einfluss der Sanktionen. Ich bin der Ansicht, dass wir in der Lage sein werden, den Terminplan einzuhalten.“ Ursprünglich wollte NOVATEK bis zu 70 Prozent der für die Realisierung des Projekts erforderlichen Investitionen in Höhe von 26,9 Milliarden US-Dollar in Form von Krediten aufnehmen. „Jetzt prüft NOVATEK pessimistischere Varianten. Ich denke, dass wir als Mehrheitseigner es schaffen werden, mehr Eigenmittel locker zu machen, um den Bauplan einzuhalten“, so Michelson.

2011 hatte der französische Energieriese Total für 425 Millionen Dollar 20 Prozent der Anteile am Projekt Jamal-LNG übernommen. Bislang legten die Partner 2,6 Milliarden US-Dollar in das Vorhaben an. Im September 2013 stieg auch der chinesische Energiegigant CNPC mit 20 Prozent der Anteile ein.

Das Projekt Jamal-LNG hat zum Ziel, das Gasfeld Juschno-Tambejskoje auf der Halbinsel Jamal im Norden Westsibiriens zu erschließen und ein LNG-Werk mit einer Jahresleistung von 16,5 Millionen Tonnen zu bauen. Geplant sind drei Verflüssigungsanlagen mit einer Leistung von je 5,5 Millionen Tonnen, die erste davon wird voraussichtlich 2017 in Betrieb gehen. Vorgesehen ist auch der Bau eines Seehafens in der Siedlung Sabetta auf Jamal sowie von eisgängigen Tankschiffen.