60 russische Aussteller auf der Hannover Messe

Im vergangenen Jahr war Russland Partnerland der Hannover Messe. © DMAG
Im vergangenen Jahr war Russland Partnerland der Hannover Messe. © DMAG

HANNOVER. Auch wenn die Präsenz Russlands auf der Hannover Messe 2014 nicht so groß sein wird wie im Partnerland-Jahr 2013, demonstriert die deutsch-russische Business Community vom 7. bis zum 11. April in zahlreichen Veranstaltungen einmal mehr ihr großes Interesse an der bilateralen Wirtschaftszusammenarbeit. Rund 60 russische Aussteller (2013: 167) zeigen sich in diesem Jahr in Hannover. Neben der russischen Hauptstadt Moskau, die gleich mit zwei Ständen vertreten ist (Halle 13/ Stand E30 und Halle 16/ Stand D35), präsentieren sich auch wieder einige Regionen auf der Messe: Die Oblast Tula (Halle 8/ Stand E24), eines der am stärksten industrialisierten Gebiete Russlands, ist mit einem Unternehmensgemeinschaftsstand vor Ort. Außerdem stellen sich die Republik Tschuwaschien (Halle 13/ Stand B30) und die Oblast Kirow (Halle 13/ Stand F14) vor, zu deren wichtigsten Wirtschaftszweigen der Maschinenbau sowie die Holz- und Lebensmittelindustrie zählen. Das wirtschaftlich gut entwickelte Moskauer Gebiet stellt ebenfalls in Hannover aus (Halle 13/ Stand E10). Die Region Swerdlowsk (Halle 13/ Stand F56) reist mit einer hochrangigen Delegation aus Wirtschaft und Politik in die niedersächsische Hauptstadt. Auf dem „Wirtschaftstag der Region Swerdlowsk“ am 9. April wird Alexej Orlow, der stellvertretende Regierungsvorsitzende, die rohstoffreiche Oblast von 13 bis 15.30 Uhr als Wirtschaftsstandort präsentieren (Halle 13/ Stand G44). Auch das Titanium Valley, die Sonderwirtschaftszone der Ural-Region Swerdlowsk, ist wieder Aussteller der Messe-Sparte „Global Business & Markets“.

GAZ sucht Kooperationspartner
Das russische Aufgebot in Hannover beschränkt sich jedoch nicht nur auf Investitionsregionen, die deutsche Firmen für sich gewinnen wollen. Auch russische Unternehmen suchen Kooperationspartner auf der größten Industrieschau der Welt. Der Automobilkonzern GAZ mit Sitz in Nishnij Nowgorod, der zur Holding Basic Element gehört, stellt in Hannover beispielsweise seine Division „Autocomponents“ vor (Halle 5/ Stand F14). Mit dem Gorkowskij Awtomobilnyj Sawod (GAZ) wird vor allem die Montage und der Verkauf von Autos assoziiert: Die Volkswagen Group Rus startete Ende 2011 in Zusammenarbeit mit GAZ die Montage des Škoda Yeti. Seit Juli 2013 produziert auch Daimler in Nishnij Nowgorod Transporter für den russischen Markt. In Hannover will GAZ jedoch seine Bedeutung als Lieferant von Zuliefer- und Ersatzteilen hervorheben und rund 100 verschiedene Komponenten vorstellen, vom Getriebe bis zum Bremssystem. GAZ hat in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Joint Ventures zur Produktion von Komponenten mit internationalen Herstellern etabliert, unter anderem mit PCMA Rus (PSA Peugeot Citroën und Mitsubishi Motors), mit dem belgischen Zulieferer Bosal oder dem schwedischen Unternehmen Bulten. „Wir hoffen, dass die Teilnahme an der Hannover Messe uns zu neuen Projekten mit ausländischen Partnern verhilft“, sagte Kirill Epshteyn, der Direktor der GAZ-Division Autocomponents.

Russland-Workshop von GTAI
In den Russland-Veranstaltungen der Hannover Messe sind die wirtschaftlichen Chancen bei der Modernisierung Russlands weiterhin ein Thema. Eine Veranstaltung von Germany Trade & Invest diskutiert am 10. April von 10 bis 13 Uhr das Potenzial der deutsch-russischen Zusammenarbeit in der Industrie (Halle 13/ Stand F50). RUSSIA CONSULTING, die AHK Russland und der Verband der russischen Wirtschaft in Deutschland laden am 9. April von 9 bis 13 Uhr zu einer Konferenz zu den deutsch-russischen Handelsbeziehungen ein, auf der unter anderem darüber diskutiert werden soll, worauf sich deutsche und russische Unternehmen angesichts der aktuellen politischen Lage einstellen müssen (Halle 2/ Saal Rom).