WIIW erwartet stärkeres Wachstum im Osten

Infrastrukturinvestitionen - wie hier in Bulgarien - sollten das Wachstum ankurbeln © NAPI/F. Weindorf
Infrastrukturinvestitionen – wie hier in Bulgarien – sollten das Wachstum ankurbeln © NAPI/F. Weindorf

WIEN. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) erwartet für die Prognoseperiode 2014 bis 2016 ein verstärktes Wirtschaftswachstum von durchschnittlich zwei bis drei Prozent für Mittel- und Osteuropa (MOE). Den wesentlichen Wachstumsimpuls sieht das wiiw in seiner aktuellen Prognose in einer Trendwende bei den Investitionen. Während der anhaltenden Wirtschaftskrise wurden öffentliche Investitionen demnach drastisch gekürzt. Da der private Sektor in Zeiten großer Ungewissheit jedoch nur zögerlich investiert, muss der öffentliche Sektor den Weg aus der Krise anführen. Die Wiener rechnen für dieses und das kommende Jahr in den östlichen Mitgliedsländern der EU mit stark erhöhten Investitionen im Rahmen von EU-geförderten Projekten. Neben Transportinfrastruktur-Projekten sind Großinvestitionen in Kohle- und Kernkraftwerke geplant oder bereits in Realisierung. Abgesehen von den Infrastrukturinvestitionen dürften die verbesserten Wachstumsaussichten in der Eurozone die Exportindustrie dazu animieren, ihren Kapitalstock zu erweitern und zu modernisieren. Allerdings ist das Prognoserisiko hoch und beinhaltet mögliche negative Effekte des aktuellen Konflikts um die Krim. Dazu zählen Energieengpässe, Handelsembargos oder zusätzliche Risikoprämien auf die Zinssätze. All das könnte das investitionsgetriebene Wachstum im MOE beeinträchtigen.