Schwaches Russland-Geschäft belastet Handelsbilanz

Osthandel 2013 unter dem Strich leicht im Plus © Ost-Ausschuss
Osthandel 2013 unter dem Strich leicht im Plus © Ost-Ausschuss

BERLIN. Nach einem Rekordergebnis von 80,5 Milliarden Euro 2012 hat sich der deutsche Handel mit Russland im vergangenen Jahr deutlich auf 76,5 Milliarden Euro abgeschwächt. Sowohl die Importe als auch die Exporte gaben um über fünf Prozent nach. Russland fiel damit in der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner in Osteuropa wieder knapp hinter Polen zurück, berichtet der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft auf Basis der vorliegenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes. „Seit 2011 schwächt sich das Wachstum in Russland beständig ab. Dies bleibt nicht ohne Folgen für den deutsch-russischen Handel“, so der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes. „Für das laufende Jahr erwarten wir eher noch eine Verstärkung dieses Trends.“ Cordes fordert die Aufnahme von Gesprächen zwischen Russland und der EU zur Ausarbeitung eines Fahrplans für einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok.

Zu den besonderen Stützen des deutschen Exports gehörten 2013 viele Länder aus Südosteuropa, darunter Slowenien (+6,6 Prozent), Rumänien (+5 Prozent) und Serbien (+3,5 Prozent). Nach einer längeren Zeit der Konsolidierung fasst diese Region konjunkturell wieder Fuß. Eine Ausnahme bleibt das neue EU-Mitgliedsland Kroatien, das sich seit 2009 in einer Rezession befindet. Positiv ist der Trend für Zentralasien. Für Kasachstan, dem mit Abstand wichtigsten deutschen Handelspartner in dieser Region, wurde eine Zunahme der deutschen Exporte 2013 um über acht Prozent verzeichnet.

Mit Sorge betrachtet der Ost-Ausschuss die gegenwärtige Zuspitzung der Lage auf der Krim. Ein Dauerkonflikt der EU mit Russland um die Zukunft der Ukraine würde sich negativ auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung im osteuropäischen Raum auswirken. Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner hält sich gegenwärtig zu Gesprächen in Kiew auf. „Wichtig ist, dass die Ukraine finanzielle Soforthilfe erhält, um erst einmal die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden“, erklärte Lindner. „Dabei sollten mögliche Kreditgeber wie die EU, der IWF und die Europäische Investitionsbank ein abgestimmtes Vorgehen mit Russland anstreben.“ Die ukrainische Wirtschaft werde noch auf Jahre stark vom russischen Markt und von russischen Energielieferungen abhängig bleiben, so Lindner weiter.