OMV kritisiert Debatte um angebliche Armutswanderung

Der OMV-Vorsitzende warb für Offenheit gegenüber Osteuropa © OMV
Der OMV-Vorsitzende warb für Offenheit gegenüber Osteuropa © OMV

HAMBURG/BERLIN. Beim traditionellen Neujahrsempfang des Ost- und Mitteleuropa Vereins im Auswärtigen Amt fand der neue OMV-Vorsitzende Marcus Felsner deutliche Worte gegen die politische und mediale Kampagne zur angeblichen Armutswanderung. „Diese Diskussion schadet Deutschland“, kritisierte Felsner. „Sie schadet, weil sie den qualifizierten Arbeitsuchenden nicht nur in Bulgarien und Rumänien, sondern in ganz Osteuropa den generellen Eindruck vermittelt, Menschen, die arbeiten wollen seien in Deutschland nicht willkommen.“ Der OMV-Vositzende forderte die neue Bundesregierung zudem auf, die enormen Chancen, die der Osten deutschen Unternehmen biete, zu ergreifen. „Wir brauchen eine mutige, neue Zielsetzung für den europäischen Wirtschaftsraum“, forderte er. Dabei dürfe Deutschland nicht „pedantisch, schulmeisterlich und oberlehrerhaft wirken“, sondern müsse selbst auch Offenheit symbolisieren, etwa durch eine unbürokratische Visapolitik und eine stärkere Präsenz deutscher Politiker in den neuen Märkten des Ostens.
Staatsekretär Stephan Steinlein vom Auswärtigen Amt wies in seiner Begrüßungsrede darauf hin, dass einer der größten Wachstumsmärkte für die deutsche Wirtschaft in Osteuropa und Zentralasien liege. Auch vor diesem Hintergrund sei es wichtig, den Dialog und Reformprozess im Rahmen der Östlichen Partnerschaft mit allen Beteiligten intensiv weiterzuführen. Trotz gelegentlicher Meinungsverschiedenheiten mit Russland bleibe die Fortentwicklung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen außenpolitische Priorität der deutschen Bundesregierung. Der OMV ist der mitgliederstärkste Verband der deutschen Wirtschaft für die 29 Länder Mittel- und Osteuropas, Zentralasiens und des Südkaukasus.