300 Unternehmer beim OMV-Wirtschaftstag in Berlin

Börner spricht über die Bedeutung des Bali-Abkommens der WTO © OWC
Börner spricht über das Bali- Abkommens der WTO © OWC

BERLIN. Während der gesamte deutsche Außenhandel in den ersten drei Quartalen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent zurückgegangen ist, stieg der Handel mit Ost- und Mitteleuropa um 0,7 Prozent. Gerd Lenga, Vorsitzender des Ost- und Mitteleuropa Vereins e.V. (OMV), lobte in seiner Eröffnungsrede zum Osteuropa-Wirtschaftstag des Vereins diese positive Entfaltung der Handelsbeziehungen. Besonders erfreulich entwickelten sich die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu Russland und Polen.
Anne Ruth Herkes, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, ging auf den Gipfel der östlichen Partnerschaft ein. Die Entscheidung der Ukraine, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union nicht zu unterzeichnen, mache deutlich, dass sich die EU mehr um die Länder der östlichen Partnerschaft kümmern müsse. Herkes rechnet damit, dass zur EU-Ratstagung am 19. und 20. Dezember dieses Jahres Serbien Beitrittsverhandlungen angeboten werden und Albanien der Kandidatenstatus in Aussicht gestellt wird.

Der Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, erläuterte vor den rund 300 Teilnehmern des Wirtschaftstages die Bedeutung der WTO-Vereinbarung von Bali. Der Nutzen betrage etwa 400 Milliarden US-Dollar, zehn Prozent davon würden voraussichtlich deutschen Unternehmen zugute kommen.
Otto Lamotte, DIHK Board International, hob die Partnerschaft zwischen dem OMV, dem BGA und dem DIHK hervor. Dass der Wirtschaftstag im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie stattfinde, zeige darüber hinaus die gute Zusammenarbeit mit dem Ministerium.

Philipp Mißfelder, Mitglied des Bundestages, forderte die Teilnehmer auf, bei ihren örtlichen Abgeordneten das Thema Visaliberalisierung anzusprechen. Alle Vorstöße zu diesem Thema seien bisher im Parlament gescheitert. Lobbying vor Ort könnte nichts schaden, sagte Mißfelder. Er räumte ein, dass bei der Etablierung der östlichen Partnerschaft der Europäischen Union Fehler gemacht wurden. Russland würde diese Initiative als Angriff auf die Zollunion sehen – dies wäre aber so nie beabsichtigt gewesen. Vielmehr wolle man eine Verknüpfung zwischen Europäischer Union und Zollunion, von der beide Seiten profitieren können.

Der Wirtschaftstag Osteuropa findet zum dritten Mal statt. Die Teilnehmer berieten zu den Themen Gesundheitswirtschaft, Logistik sowie Recht und Steuern. Gastredner der Abendveranstaltung waren der Ministerpräsident der Republik Mazedonien, Nikola Gruevski, sowie der stellvertetende slowenische Ministerpräsident Dejan Zidan. Der OWC-Verlag war Medienpartner der Veranstaltung und mit einem eigenen Stand vertreten. Lesen Sie mehr über den Wirtschaftstag Osteuropa in der Januar-Ausgabe von Ost-West-Contact. jf