Ministerpräsident Weil mit Wirtschaftsdelegation in Russland

Die Delegation zu Gast bei Landtechnikhersteller Grimme © OWC
Die Delegation zu Gast bei Landtechnikhersteller Grimme © OWC

MOSKAU/ST. PETERSBURG. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil führte seine erste Auslandsreise mit einer Wirtschaftsdelegation in dieser Woche nach Russland. Das Land sei ein interessantes Reiseziel, erklärte der Politiker nach seiner Ankunft in Moskau. Russland sei ein außerordentlich wichtiger Handelspartner des Bundeslandes Niedersachsen und verfüge in wirtschaftlicher Hinsicht über ein „unglaublich großes Potenzial“. Ziel der Reise sei es, noch bessere Perspektiven für die niedersächsischen Unternehmen zu identifizieren. Außerdem, so Weil, wolle er zuhören, was sich im Land tut. Schließlich sollten auch die Beziehungen zu den Partnerregionen Perm und Tjumen weiter ausgebaut werden. Weil traf in Moskau den Gouverneur des Gebietes Tjumen, Wladimir Jakuschew, und unterzeichnete mit dem Gouverneur der Region Perm, Wiktor F. Basargin, eine „Gemeinsame Erklärung über die Vertiefung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem Land Niedersachsen und der Region Perm“. Zu Beginn des viertägigen Aufenthaltes in Russland traf sich Weil mit dem russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedjew.

Im Volkswagen-Werk in Kaluga wurden der Politiker und die 60-köpfige Wirtschaftsdelegation von Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, und Anatolij Artamonow, Gouverneur der Region Kaluga, empfangen. Während des Besuches rollte in dem russischen Werk das 700.000ste Fahrzeug vom Band.
Der deutsche Automobilkonzern investierte seit der Eröffnung 2006 1,3 Milliarden Euro in den Produktionsaufbau in der Region Kaluga. Russland sei für Volkswagen ein strategischer Wachstumsmarkt – bis 2018 sollen weitere 1,2 Milliarden Euro nach Russland fließen, sagte VW-Chef Winterkorn.
Gouverneur Artamonov erklärte, dass die Region Kaluga auf den baldigen Abschluss eines Freundschaftsabkommens mit Niedersachsen hoffe.

Weil folgte auch der Einladung der Landtechnikhersteller Grimme und Big Dutchman in Kaluga. Am Standort Detschino, einer Gemeinde an der Grenze zwischen der Region Kaluga und dem Moskauer Gebiet, betreiben fünf niedersächsische Unternehmen ein Agrotechnisches Zentrum.

In St. Petersburg stand die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Mittelpunkt des Besuchs. Weil sprach mit Gouverneur Georgi Poltawtschenko, war Gast der St. Petersburg State University of Economics und besichtigte zwei Forschungslabore der Polytechnischen Universität St. Petersburg. Die European University St. Petersburg und die Georg-August-Universität Göttingen unterzeichneten ein Memorandum of Understanding.